Aktuelle Ausstellung
Vergangene Ausstellungen
   
 




  Erinnerungsreste, Lesestörungen
Aus der Sammlung des Sigmund Freud Museums

Sigmund Freud Museum
10.07. - 02.12.2007
05.02. - 21.09.2008

Für die meisten Besucher bleibt das Kernstück der Sigmund Freud Privatstiftung unsichtbar - ihre Bibliothek und ihr Archiv. Die Bibliothek stellt das zentrale Wissensdepot des Sigmund Freud Museums dar. Die hier gezeigte Präsentation wirft Schlaglichter auf die Sammeltätigkeit der letzten Jahre, die in der ständigen Ausstellung, die seit den 70er Jahren großteils unverändert geblieben ist, keinen Niederschlag gefunden hat.

Anhand von historischen Materialien und Kunstwerken erschließt sich wie in einem Kaleidoskop jeweils ein eigenwilliges Stück Psychoanalyse und ihrer Rezeption. Lücken in der ständigen Schausammlung werden auf diese Weise geschlossen, aber auch neue sichtbar gemacht. Die Präsentation dient dazu, den Besuchern Einblicke in die "Backstage" des Museums zu geben, wo gegenwärtige und historische Tendenzen der Psychoanalyse bearbeitet werden.

Darüber hinaus stellt sie auch grundsätzliche Fragen nach der Archivierbarkeit von Wissen und nach Freudschen Zugängen zum Sammeln, Lesen und Dokumentieren. Einerseits war das Vertrauen Freuds in Archive gering: In seiner psychoanalytischen Theorie werden sie vielfach als Orte der Zensur beschrieben, stehen Überlieferungsakte im engen Zusammenhang mit Formen des Vergessens. Freud entwickelte eine neue Lektüreform für psychische Phänomene wie Träume, Witze und seelische Störungen. Damit wurde er andererseits zum Gegenstand des öffentlichen Interesses und seine materiellen Überreste verwandelten sich zu Sammelobjekten.

Anhand von Dokumenten, Büchern, Fotografien, Kunstwerken und Filmen werden die wichtigsten Erwerbungen des Museums vorgestellt, darunter die Nachlässe der Psychoanalytiker Richard Sterba und Eva Rosenfeld, Schenkungen von Anna Freud und der Foto-Nachlass von Margarethe Trautenegg - einer Patientin Freuds.