Freud gegen den Strich

Book presentation with Andreas Mayer
Talk with Andreas Rötzer and Michael Hagner
in German 

Monday, June 22, 2026, 6pm

Library of Psychoanalysis at the Sigmund Freud Museum

 

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Freud gegen den Strich

1899 veröffentlicht Sigmund Freud Die Traumdeutung. Darin notiert er seine eigenen Träume akribisch und analysiert sie anhand sorgsam ausgewählter biografischer Details. Gleichzeitig legt er den Grundstein für eine Deutungstechnik und Kulturtheorie, die heute dank unzähliger Ausgaben und Übersetzungen weltweit rezipiert wird. Mehr als hundert Jahre später stellt sich die Frage, wie sich dieser klassische Autor gegen den Strich lesen lässt, um verborgene oder verdrängte Anteile der Geschichte der Psychoanalyse freizulegen.

In seinem neuen Buch verfolgt Andreas Mayer exemplarisch die prägenden Wechselbezüge zwischen modernen und antiken Methoden der Traumdeutung ebenso wie die Nachwirkungen der Galton’schen Mischfotografien auf Freuds Analyse von Traumbildern. Er folgt den Spuren der berühmten Gradiva-Figur auf unerwarteten Pfaden und den Anfängen der freien Assoziation im Spaziergang, aber auch den umkämpften Übersetzungsgeschichten, in denen die Frage nach der Unübersetzbarkeit von Traumlogik und Sprachwitz auf dem Spiel steht.

 

Andreas Mayer ist Directeur de recherche am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) und lehrt an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (EHESS) in Paris. Gastprofessuren und Fellowships u.a. an der University of Cambridge, der University of Chicago, der Humboldt Universität, am Wissenschaftskolleg zu Berlin und der Villa I Tatti in Florenz. Zahlreiche Publikationen zur Geschichte der Humanwissenschaften und der Psychoanalyse, die in mehrere Sprachen übersetzt sind. Seit 2020 besorgt er außerdem die Übersetzung und Neuedition von Balzacs “Analytischen Studien” im Verlag Matthes & Seitz.

Andreas Rötzer, 1971 in München geboren, ist seit 2004 Verleger von Matthes & Seitz Berlin.

Michael Hagner, geboren 1960, war bis 2025 Professor für Wissenschaftsforschung an der ETH Zürich. Für seine Arbeiten wurde er u. a. mit dem Sigmund Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Martin Warnke-Medaille und dem Wissenschaftspreis der Aby-Warburg-Stiftung ausgezeichnet. Zuletzt erschien Seeing Foucault’s Pendulum: Between Science, Politics, and Art (Princeton University Press 2025).

 

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