XLIII. Sigmund Freud Vorlesung: Stefano Bolognini

Samstag, 21. Mai 2016, 11:00 Uhr im Billrothhaus

Frankgasse 8, 1090 Wien

Eintritt frei, freie Platzwahl

 

Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung


Einleitung: Gohar Homayounpour

Die humanisierende Funktion zeitgemäßer psychoanalytischer Empathie – Im gewöhnlichen Sprachgebrauch ruft das Wort „Empathie“ eine eher undefinierte Mischung aus Sanftheit, vorauseilendem Wohlwollen und freundlicher Unterstützung hervor – und nicht ein interpretatives Drängen, die unbewusste Ebene der psychischen Realität freizulegen. In der Psychoanalyse bedeutet Empathie etwas völlig anderes. Bolognini unterscheidet zwischen der herkömmlich menschlichen Empathie und der psychoanalytischen Empathie, die für ihn ein weitaus komplexeres Phänomen darstellt.
 
„Wahre Empathie ist ein Zustand einer bewussten und vorbewussten Verbindung, die sich durch Abgetrenntheit, Komplexität und eine vernetzte Struktur auszeichnet, ein breites Wahrnehmungsspektrum, das alle Farben der emotionalen Palette beinhaltet, von der hellsten bis zur dunkelsten; vor allem bildet sie einen fortschreitenden gemeinsamen und innigen Kontakt mit der Komplementarität des Objekts, ebenso mit dem abwehrenden Ich des Anderen und seinen Abspaltungen wie auch mit seiner Ich-syntonischen Subjektivität”. (Stefano Bolognini, 1997)
 
Anhand dreier kurzer klinischer Beispiele zeigt Stefano Bolognini den Unterschied zwischen Empathie im Alltagsleben und Empathie in der Psychoanalyse auf und gibt dem Publikum einen lebhaften und nachvollziehbaren Einblick in die Tiefe, Vielschichtigkeit und teilweise Unvorhersehbarkeit psychoanalytischer Empathie: etwas, das man nicht planen kann, das aber als bedeutende und förderliche Erfahrung (an)erkannt werden muss – als eine Erfahrung, die den psychoanalytischen Prozess und dementsprechend auch das Leben eines Patienten oder einer Patientin verändert.

Stefano Bolognini ist Doktor der Medizin, Psychiater und Lehr- und Kontrollanalytiker der Italienischen Psychoanalytischen Gesellschaft. Er ist Präsident der International Psychoanalytic Association (IPA), zuvor war er Mitglied im Vorstand der IPA und stand mehreren ihrer Komitees vor. Er ist ehemaliger Präsident des Psychoanalytischen Zentrums Bologna und früherer Präsident der Italienischen Psychoanalytischen Gesellschaft. Von 2002 bis 2012 war er Mitglied des europäischen Herausgebergremiums des International Journal of Psychoanalysis. Bolognini verfasste mehrere Bücher, tritt regelmäßig in italienischen Radio- und TV-Diskussionen auf und schreibt für führende Magazine und Zeitungen in Italien.

Gohar Homayounpour studierte in den USA und Kanada und lebt nun in Teheran. Homayounpour ist Lehranalytikerin und Kontrollanalytikerin der von ihr begründeten und geleiteten Freudian Group in Teheran. Sie ist Vortragende an der ShahidBeheshti University in Teheran. Ihr 2012 veröffentlichtes Buch Doing Psychoanalysis in Tehran wurde mit dem Gradiva Award ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Sie ist Mitglied des Beirats der Sigmund Freud Privatstiftung, der International Psychoanalytic Association (IPA), der American Psychoanalytic Association (APsaA) und der internationalen Forschungsgruppe Geographies of Psychoanalysis. 

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