„Kindheitserinnerungen, wenn auch freilich sehr geschlechtlich“. Zur Anatomie des 'Jung-Wiener' Skandalromans Josefine Mutzenbacher – mit einem Seitenblick auf Freud

Vortrag von Clemens Ruthner

 

Mittwoch, 13. Juni 2018, 20 Uhr, Sigmund Freud Museum

Eintritt frei, um Anmeldung wird untenstehend gebeten
 
 
Der wohl berühmt-berüchtigtste Text der Jahrhundertwende-Literatur, die 1906 erschienene Josefine Mutzenbacher. Die Geschichte einer Wienerischen Dirne. Von ihr selbst erzählt, ist Kristallisationspunkt nahezu aller Diskurse über Sexualität im 20. (und 21.) Jahrhundert. Verfasst von einem Anonymus, hinter dem man Felix Salten vermutet, stellt sich bei der Mutzenbacher immer schon die Frage, was sein darf, wenn vom Geschlechtsverkehr erzählt wird, und was nicht – und schließlich, wem dieser Sex gehört: Zählt der Roman zu den „jugendgefährdenden Schriften“? Darf man ihn verkaufen und Tantiemen dafür verlangen – oder sollte man ihn besser gesetzlich verbieten? Wer hat ihn wirklich geschrieben, wer darf ihn lesen und wer nicht? Ist seine weibliche Protagonistin Vorreiterin eines neuen sex-positiven Feminismus oder ist der Roman Höhepunkt einer unglaublichen Verdinglichung der Frau als sexueller Ware, ja Kinderpornografie? Was sind die Strategien dieser Darstellung von Sexualität und was ihr historischer Kontext?
 
 
Clemens Ruthner ist Literatur- und Kulturwissenschaftler am Trinity College Dublin, daneben Buchkritiker (für Der Standard, Ö1, Literatur und Kritik) sowie Blogger (Delirium clemens). Seine Forschungsschwerpunkte sind: Zentraleuropa/Habsburg und Alterität, wie z.B. kulturelle Fremdheit, Sexualität, Monstrosität. Letzte Buchpublikation: Habsburgs 'Dark Continent'. Postkoloniale Lektüren zur österreichischen Literatur und Kultur im langen 19. Jahrhundert. (Tübingen: Francke 2017). In Vorbereitung: der Sammelband Die Mutzenbacher. Re-Lektüren eines Wiener Skandalromans (Wien: Sonderzahl 2018).
 

Eine Veranstaltung aus dem Rahmenprogramm zur Ausstellung:

PARALLELAKTIONEN. Freud und die Literaten des Jungen Wien

Sonderausstellung im Sigmund Freud Museum
Ab 23. März 2018
 
 
Foto: Ausstellungsansicht „PARALLELAKTIONEN. Freud und die Literaten des Jungen Wien“, Display Felix Salten, © Oliver Ottenschlaeger, Sigmund Freud Privatstiftung
 
 
 
      
 

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