Objekt des Monats: Juli

Erstausgabe von Die Traumdeutung

 
Mit seinem 1899 bei Deuticke erschienenen, auf 1900 vordatierten Werk Die Traumdeutung wurde Freud zum Begründer der Psychoanalyse und der modernen Traumdeutung. Das Deuten von Träumen hat eine jahrtausendealte Geschichte, jedoch bezogen sich diese Deutungen immer auf mögliche zukünftige Ereignisse, nie auf ihre Wurzeln aus Vergangenheit und Erlebtem. Freuds innovativer Zugang bezog sich streng auf die Vorgänge im Unbewussten bzw. erkannte er in der Traumdeutung den „Königsweg“ zur Kenntnis des Unbewussten. Grundlage von Freuds Forschungen waren sowohl die Träume seiner Patienten als auch die sehr intensive Beobachtung seiner eigenen Träume und ihrer Zusammenhänge mit Geschehnissen der Außenwelt. Diese Selbstanalyse war für ihn ein wichtiges Mittel zur Erforschung der Psyche und der innerpsychischen Zusammenhänge.

Anhand der ausführlichen Deutung seines Traums von „Irmas Injektion“ stellt Freud die Methode der Traumdeutung sowie seine Einsicht vor, dass jeder Traum die (verkleidete) Erfüllung eines (unterdrückten, verdrängten) Wunsches sei. Im Träumer (Freud) kämpfen sich Geschehnisse der Vergangenheit an die Oberfläche, geben Erklärung zu seinen verdeckten Schuldgefühlen anlässlich einer nicht komplett erfolgreichen Therapie an eben jener Patientin. Es erfolgt die Projektion des eigenen Fehlers auf einen Kollegen, sowie die Wunscherfüllung, im Traum den Fehler seines Kollegen, also eigentlich seinen eigenen Fehler, auszubessern. Folgende Gesetzmäßigkeiten des Traumes bzw. Mechanismen der „Traumarbeit“ identifiziert Freud: Verschiebung, Verdichtung, Rücksicht auf Darstellbarkeit und sekundäre Bearbeitung.

Freuds bahnbrechendes und vermutlich auch bekanntestes Werk wird als „Urbuch“ der Psychoanalyse und als ihr methodologisches Fundament gesehen. Tatsächlich zählt der Traum und dessen Deutung zu den grundlegenden Bestandteilen der Tiefenpsychologie; neben der freien Assoziation ist er ein wichtiges therapeutisches Instrument. Bis 1930 legte Freud noch sieben weitere, zum Teil überarbeitete Ausgaben vor.

Freuds Werk sollte nicht nur die Entwicklung der Psychoanalyse maßgeblich beeinflussen. Bereits zeitgenössische Literaten wie Hugo von Hofmannsthal, Thomas Mann oder Arthur Schnitzler zeigten großes Interesse an den schriftstellerischen Möglichkeiten, die in den Ansätzen dieser neuen Traumdeutung gegeben waren.

Das Exemplar, das sich im Besitz der Sigmund Freud Privatstiftung befindet, kam durch Schenkung in den Bestand. Es handelt sich um eine damals typische, nur in Papier gebundene Ausgabe, welche aktuell in der Sonderausstellung des Museums zu sehen ist.
 

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