Trotzki, die Psychoanalyse und die kannibalischen Regime

Buchpräsentation und Diskussion mit

Helmut Dahmer

Karl Fallend und

Gabriella Hauch

 

Donnerstag, 4. Mai 2023 um 19 Uhr

Bibliothek der Psychoanalyse im Sigmund Freud Museum

 

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Der russische Revolutionär Trotzki, Internationalist und Rätedemokrat, lebte in den Jahren 1908–1914 in Wien. Unter den marxistisch orientierten Revolutionären seiner Zeit nimmt er eine Sonderstellung ein, sowohl hinsichtlich seines Verständnisses der Marx‘schen Gesellschaftstheorie als auch wegen seines Interesses für die Freud‘sche Psychoanalyse (und für die Literatur). Ihm imponierte die Verwandtschaft der Marx‘schen Kritik an den Wirtschaftstheorien des 18. und 19. Jahrhunderts mit der Freud‘schen Kritik der Bewusstseins-Psychologie. Beide Kritiken schienen ihm unentbehrlich für das Verständnis von Geschichte und Gegenwart. In den Jahren 1923–26 verteidigte er die Psychoanalyse als eine materialistische Anthropologie, 1929–33 führte er Freud‘sche Ästhetik und Marx‘sche Revolutionstheorie in seiner Autobiographie und in seiner Geschichte der Oktoberrevolution zusammen, in den späten 1930er-Jahren verteidigte er – abermals unter Berufung auf Freud – die Autonomie der Kunst.

 

Prof. Dr. Helmut Dahmer studierte Soziologie und Philosophie bei Helmuth Plessner, Theodor W. Adorno und Jürgen Habermas. In den Jahren 1968–1992 redigierte er die psychoanalytische Monatszeitschrift Psyche. 1984 gehörte er zum Gründungsbeirat des Hamburger Instituts für Sozialforschung. 1974–2002 lehrte er Soziologie an der Technischen Universität Darmstadt und hatte Gastprofessuren in Bern, Lima und Innsbruck inne. Er gibt eine auf zehn Bände berechnete Auswahl-Ausgabe von Schriften Trotzkis heraus. Publikationen: Libido und Gesellschaft (1973, 1982, erw. Neuauflage 2013); Soziologie nach einem barbarischen Jahrhundert (2001); Die unnatürliche Wissenschaft (2012, 2019); Freud, Trotzki und der Horkheimer-Kreis (2019, 2. Aufl. 2020); Antisemitismus, Xenophobie, Amnesie (2020).

Dr. Karl Fallend, Sozialpsychologe und Universitätsdozent. Zahlreiche Publikationen zur Geschichte der Psychoanalyse und zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus.

Dr. Gabriella Hauch, Professorin für Geschichte der Neuzeit an der Universität Wien. Zahlreiche Publikationen zur Frauen- und Geschlechtergeschichte.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Verlages Westfälisches Dampfboot

 

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