Internationale Konferenz zum Jahresthema „Widerstand“ (auf Deutsch und Englisch)
mit Said Abu-Shakra, Galia Bar Or, Karin Berger, Georges Didi-Huberman, Daniela Finzi, Roger Frie, Lizaveta German, Anna Kim, Pavlo Makov, Monika Pessler, Doron Rabinovici, Anindya Raychaudhuri und Elana Shapira
Freitag, 9. Oktober 2026
Bibliothek der Psychoanalyse im Sigmund Freud Museum
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Trauma und Dialog
Im Zentrum des Symposiums „Trauma und Dialog“ stehen traumatisierende Erfahrungen und die Auseinandersetzung damit in den Künsten. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger gesellschaftspolitischer Entwicklungen und zunehmender Polarisierung fragen wir nach der Funktion und Wirkung des künstlerischen Dialogs bei der Stärkung von Widerstand bzw. Widerstandsfähigkeit gegen den autoritären Wandel.
Programm
9:30: Begrüßung
Monika Pessler
Einführung
Elana Shapira & Daniela Finzi
9:45-10:45: Eröffnungsvortrag
Georges Didi-Huberman: Trauma, Zeugnis, Weitergabe (auf Englisch)
10:45-11:45: Gespräch
Karin Berger & Monika Pessler: Frauen im Widerstand - Trauma im Dialog
Kaffeepause
12:00-13:00: Vortrag
Anindya Raychaudhuri: „What unmakes us, makes us“: Essen und Dialog in Erzählungen über die Teilung Indiens und Pakistans im Jahr 1947” (auf Englisch)
Mittagspause
14:00-15:00: Dialog
Galia Bar Or & Said Abu Shakra: Kunst als Brücke in Krisenzeiten, moderiert von Elana Shapira (auf Englisch)
15:00-16:00: Dialog
Pavlo Makov & Lizaveta German: Ein erneuter Blick auf „Fountain of Exhaustion“, moderiert von Elana Shapira (auf Englisch)
Kaffeepause
16:30-17:30: Dialog
Anna Kim & Doron Rabinovici: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“, moderiert von Daniela Finzi
17:30-18:00: Schlussbetrachtungen von Roger Frie
Das internationale Symposium „Trauma und Dialog“ befasst sich mit künstlerischen Darstellungen von Dialog vor dem Hintergrund anhaltender nationaler, gesellschaftlicher und persönlicher Konflikte sowie traumatischer Erfahrungen. Themen wie Verlust, Gewalt, Diskriminierung, Verzweiflung und Wut, die allesamt für die Aufarbeitung von Vergangenheit und Gegenwart von zentraler Bedeutung sind, werden durch die künstlerische Auseinandersetzung einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.
Insbesondere in Gesellschaften, die von kulturellen und bewaffneten Konflikten betroffen sind, trägt die kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit dazu bei, politischer Radikalisierung vorzubeugen und Formen des Aktivismus zu fördern. Gerade in Krisenzeiten wird jedoch das kollektive Gedächtnis oft von sozialen Medien manipuliert, die auch intoleranten und extremistischen Stimmen Gehör verschaffen. Ebenso können politische Eliten das Ziel verfolgen, historischen Revisionismus oder Propaganda statt eines differenzierten und tiefgreifenden Dialogs zu fördern. Keineswegs frei von hegemonialen Machtverhältnissen und Annahmen, ist der Dialog doch eine sprachbasierte Praxis des gegenseitigen Austausches, die auf Empathie und aufmerksamem Zuhören gründet. Der künstlerische Dialog – der Fragen stellen darf, ohne Antworten geben zu müssen – vermag zudem, unbewusste Dynamiken und implizites Wissen sichtbar zu machen. Vielfältige Traumata und ihre Auswirkungen auf Individuen und Gesellschaften werden dadurch in ihrer Komplexität ergründet und vergegenwärtigt.
Internationale Künstler:innen, Kurator:innen und Historiker:innen werden das dialogische Potential künstlerischer Interventionen unter Einbeziehung psychoanalytischer Konzepte aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten: Ihre Beiträge adressieren Strategien des Erinnerns, der Zeugenschaft und Konfliktbewältigung in unterschiedlichen historischen und geopolitischen Kontexten. Das Symposium „Trauma und Dialog“ rückt vor dem Hintergrund gegenwärtiger globaler gesellschaftspolitischer Entwicklungen und Polarisierungen die Funktion und Wirkung des künstlerischen Dialogs für die Stärkung von Widerstand bzw. Widerstandsfähigkeit gegen den autoritären Wandel in den Fokus.
Hier finden Sie unser Veranstaltungsprogramm.
Eine Auswahl unserer Veranstaltungsvideos können Sie auf unserem YouTube-Kanal ansehen.
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