IT HURTS! Gewalt gegen Frauen in Kunst und Gesellschaft

Internationale Konferenz zum Jahresthema "Gewalt" (auf Deutsch und Englisch)

 

Freitag, 31. März 2023, 9:30 bis 18:30 Uhr

Bibliothek der Psychoanalyse im Sigmund Freud Museum und via Zoom

 

Die Anmeldemöglichkeit wird im Februar freigeschaltet.

PROGRAMM

 

PANEL I: Surrealism Revisited. 9:30 – 13:00 Uhr

Begrüßung: Elana Shapira und Daniela Finzi

Régine Bonnefoit (Neuchâtel): Szenen „grausamer Liebe“ im Werk von Oskar Kokoschka“

Dawn Adès (London): Maria Izquierdo: Feminist, Surrealist, Revolutionary

Anna Watz (Linköping): Surrealism and Motherhood: Max Ernst and Dorothea Tanning

Christina Wieder (Wien): Transgenerational/transnational. Gewalterfahrungen von Frauen im fotografischen Werk Grete Sterns

Moderation Panel I: Elana Shapira (Wien)

 

PANEL II: Konfrontative Begegnungen. 14:30 – 18:30 Uhr

Lisa Ortner-Kreil (Wien): It Hurts… Angriff und Verteidigung im Werk von Kiki Kogelnik

Jeannette Fischer (Zürich): Die Darstellung des weiblichen Körpers in der Performance von Marina Abramović

Patricia Allmer (Edinburgh): Ruth Beckermann’s Mutzenbacher, or The Act of Reading on a Couch

Monika Pessler meets Soli Kiani (Wien): Kunst von Frauen als Ausdruck politischen Protestes

Schlussbetrachtungen von Elisabeth Schäfer (Wien)

Moderation Panel II: Daniela Finzi (Wien)

 

ÜBER DIE KONFERENZ

 

Die internationale Konferenz „IT HURTS! Gewalt gegen Frauen in Kunst und Gesellschaft“ präsentiert aus interdisziplinärer Perspektive neue Forschungen zur Frage der Darstellung von Gewalt gegen Frauen in der Kunst. Dabei setzt sie sich mit diesem Thema als grundlegendem sozialem wie globalem Problem auseinander und beleuchtet die Auswirkungen von Gewalt gegen Frauen und ihr Fortbestehen im Wandel der Zeit.

Der erste Teil „Surrealism Revisited“ eröffnet kritische Einblicke in künstlerische Repräsentationen von Gewalttaten gegen Frauen in der österreichischen und globalen Moderne und vergegenwärtigt gewaltvolle Erfahrungen, denen Frauen ausgesetzt waren. Die Vorträge behandeln das Frühwerk des österreichischen Expressionisten Oskar Kokoschka, die surrealistischen Kunstwerke der mexikanischen Malerin Maria Izquierdo, das Künstlerpaar Max Ernst und Dorothea Tanning sowie die deutsche Fotografin Grete Stern, die nach Argentinien emigrierte. Weibliche Unterwerfung, Frauen als „Besitz“, Mutterschaft in der Kunst und feministische Allianzen in den Medien – so lauten einige der Themen, die aufgeworfen werden. Wie wurden psychoanalytische Theorien in die Darstellung von Aggression einbezogen, zur Bewältigung eingesetzt und/oder bei der Entwicklung von Strategien zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in der Gesellschaft angewendet?

Der zweite Teil „Konfrontative Begegnungen“ befasst sich mit zeitgenössischen Künstlerinnen, die parallel und nach dem Aufkommen der zweiten Frauenbewegung in den frühen 1970er Jahren arbeite(te)n. Feministische Autorinnen der 1960er und 1970er Jahre wie Betty Friedan und Hélène Cixous gaben den Frauen entscheidende Instrumente in die Hand, um sich an öffentlichen Debatten über geschlechtsspezifische Diskriminierung und über die Ursachen sexueller Gewalt zu beteiligen. In der 1974 veröffentlichten Studie Psychoanalysis and Feminismus stellte Juliet Mitchell die Psychoanalyse als Analyse der patriarchalischen Gesellschaft vor. Welchen Niederschlag fanden diese Ansätze in der künstlerischen Auseinandersetzung mit Gewalt gegen Frauen, welche künstlerische Sprachen entwickelten Künstlerinnen? Die Vorträge beleuchten die Inszenierungen von Gewalt in den Arbeiten der Österreicherin Kiki Kogelnik, eine Performance der serbo-amerikanischen Künstlerin Marina Abramović sowie den aktuellen Film Mutzenbacher der österreichischen Filmemacherin Ruth Beckermann, der auf einem pornografischen Buch basiert. Im Zentrum der Diskussion stehen u.a. das Verhältnis zwischen weiblichem Blick und künstlerischer Freiheit, die Rückgewinnung des weiblichen Körpers als Akt des sozialen Protests wie auch die Einbeziehung der Perspektiven von emigrierten und exilierten Künstlerinnen in den öffentlichen Diskurs. Ein Gespräch zwischen Monika Pessler, Direktorin des Sigmund Freud Museums, und der iranisch-österreichischen Multimediakünstlerin Soli Kiani thematisiert die Gewalt gegen Frauen als integralen Bestandteil der jahrzehntelangen Unterdrückung der Menschenrechte im Iran. Die Philosophin Elisabeth Schäfer wird in ihren Schlussbetrachtungen auf die einzelnen Beiträge eingehen sowie die Relevanz der Verbindung von Kunst und Psychoanalyse für eine gegenwärtige Befragung gesellschaftlicher Themen und Traumata aufzeigen.

 

Konzept: Elana Shapira, Daniela Finzi und Monika Pessler

 

Hier finden Sie unser Veranstaltungsprogramm.

Eine Auswahl unserer Veranstaltungsvideos können Sie auf unserem YouTube-Kanal ansehen.

 

JAHRESTHEMA 2023