Art Spiegelman im Gespräch über „Comics, Violence, and Psychoanalysis“

Veranstaltung auf Englisch

Eine Kooperation der Sigmund Freud Gesellschaft Wien und des Sigmund Freud Museums

 

Donnerstag, 22. Februar 2024 um 19 Uhr

Bibliothek der Psychoanalyse im Sigmund Freud Museum und via Zoom

 

Die Teilnahme ist nur noch online via Zoom möglich, registrieren Sie sich hier. Die Plätze vor Ort sind bereits ausgebucht!

Der New Yorker Comic-Künstler Art Spiegelman ist anlässlich der Comic-Ausstellung Gewalt erzählen zu Gast im Sigmund Freud Museum. Im Gespräch mit der Wiener Psychoanalytikerin Ulrike Kadi wird der Pulitzer-Preisträger über seine Arbeiten und die gesellschaftspolitische Bedeutung von Comics, Gewalt(-Darstellungen) und die Überschneidungen von Comics und Psychoanalyse sprechen.

Art Spiegelman ist der wohl berühmteste lebende Comicautor, der mit MAUS – A Survivor’s Tale (1986 & 1991) ein „Jahrhundertwerk“ geschaffen hat. Er erzählt darin die Geschichte seines Vaters, der Auschwitz überlebte. Indem Spiegelman die Figuren mit Tierköpfen zeichnete, schuf er einen neuen Zugang, um die Shoah und die Wirklichkeit des Vernichtungslagers darstellbar zu machen. Auch seine Arbeit In the Shadows of no Towers (2004) zeichnet sich durch eine reflexive Auseinandersetzung mit Traumata und der Macht von (medialen) Bildern aus.

„The story of the present is so interwoven with the story of the past. Comics are a great way to show this“, erklärte Art Spiegelman in einem Interview 2022. Auch das Vermögen von Comics, mit Mitteln der Verfremdung selbst das Unaussprechliche darzustellen, ist für die Psychoanalyse von besonderem Interesse. Art Spiegelman und Ulrike Kadi werden daher auch über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Comics und Psychoanalyse diskutieren.

 

Art Spiegelman, geboren 1948, lernte in der High School das Zeichnen und begann im Alter von 16 Jahren professionell zu zeichnen. Er studierte Kunst und Philosophie am Harpur College im Bundesstaat New York, bevor er Teil der Underground-Comix-Subkultur der 60er und 70er Jahre wurde. 1977 veröffentlichte er die erste Ausgabe von Breakdowns (die zweite, erweiterte Ausgabe erschien 2008). Zusammen mit seiner Frau Françoise Mouly begründete Spiegelman und gab von 1980 bis 1991 das renommierten Avantgarde-Comicmagazins RAW, in dem MAUS zunächst erschien, heraus. Die beiden brachten auch mehrere Comic-Anthologien für Kinder heraus.

MAUS erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Pulitzer-Preis, den Preis für das beste ausländische Album des Internationalen Comic-Festivals von Angoulême, den Eisner-Preis und den Buchpreis der Los Angeles Times für Belletristik. Meta Maus über die Beweggründe, warum er MAUS geschrieben hat, erschien 2011. In the Shadows of No Towers, sein Bericht über die Ereignisse nach dem 11. September, war ein Bestseller in den Staaten. Spiegelman hat mehrere Preise in den USA und im Ausland erhalten und wurde 2015 zum Mitglied der American Academy of Arts and Letters gewählt.

 

Ulrike Kadi, Psychoanalytikerin (WAP/IPA), Philosophiewissenschafterin, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin an der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie der Medizinischen Universität Wien und in freier Praxis.

 

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