2018

Bodies and Inhabitants

Gruppenausstellung kuratiert von Larissa Kopp

 
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Individuum und Kollektiv – Die Ausstellung Bodies and Inhabitants beschäftigt sich mit den Fragen: Wer wohnt in meinem Körper? Was blickt mich im Spiegel an und wie gehe ich damit um? Die Künstler*innen erforschen visuell die Wahrnehmung des Körpers und seiner Repräsentationsformen, das Verhältnis zwischen dem Innen und dem Außen sowie die Macht der unterschiedlichen soziokulturellen Einflüsse. Sie hinterfragen tradierte Darstellungen von körperlichen Befindlichkeiten, aber auch aktuelle Idealvorstellungen und deren Allgegenwärtigkeit. Dabei durchbrechen sie Klischees und heteronormative Sichtweisen.
 
Künstler*innen:

Florian Aschka & Berivan Sayici, Offerus Ablinger & Verena Andrea Prenner, Lara Verena Bellenghi, Sarah Bildstein, Wilhelm Binder, Iris Dittler & Nicolai Gütermann, Mirabella Paidamwoyo Dziruni, Magdalena Fischer, Julia Fuchs, Heti Prack, Ana Hoffner, Larissa Kopp, Christina Kroiss, Stephanie Mold, Cristina Moreno Garcia, Eva von Platen, Michal Rutz, Julischka Stengele, bug blanket / Barbara Stöhr, Teresa Szepes, Nora Welle, Benjamin Zuber

 
Ausstellungsorganisation und -text von Larissa Kopp
 
 
Eröffnung: Mittwoch, 5.9.2018 um 19 Uhr, Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien
 
Ausstellungsdauer: 6.9.2018 bis 30.9.2018
 
Öffnungszeiten: Jeweils Donnerstag bis Sonntag 13 bis 18 Uhr
 
 
 
Foto: Michal Rutz, "Selbstportrait", Öl auf Papier, 2018 (c) Michal Rutz
 
 
 
Unterstützt von:

Bezirksvorstehung Alsergrund

 

PARALLELAKTIONEN. Freud und die Literaten des Jungen Wien

Sonderausstellung, 23. März 2018 – 28. Februar 2019

Ab 23. März erforscht das Sigmund Freud Museum in einer Sonderausstellung die Beziehung zwischen Sigmund Freud und zentralen Schriftstellern seiner Zeit: PARALLELAKTIONEN. Freud und die Literaten des Jungen Wien legt die Spuren frei, die die Psychoanalyse im Werk von Arthur Schnitzler, Karl Kraus, Hugo von Hofmannsthal und Felix Salten hinterlassen hat.

Die Beziehungen zwischen Psychoanalyse und Literatur im Wien der Jahrhundertwende können als eine Art „Parallelaktion“ gefasst werden: Obwohl der Nervenarzt Sigmund Freud und die „Nervenkünstler“ des Jungen Wien mit ihren Erkundungen der menschlichen Seele ähnliche Ziele verfolgten, sind offizielle Allianzen kaum belegt und persönliche Beziehungen eher die Ausnahme. Freuds Theorie inspirierte die Literaten jedoch maßgeblich, wie die Ausstellung anhand von ausgewählten Schriften, Werken und Briefen nachzeichnet.

Aus der Distanz verfolgte auch Freud aufmerksam das Schaffen seiner Zeitgenossen: Er berichtete Arthur Schnitzler – einem der frühesten Leser der Traumdeutung, der selbst sein Leben lang die eigenen Träume notierte – in einem Brief von 1922 von seinem langen Zögern, ihn persönlich zu kontaktieren und begründete dies mit einer „Doppelgängerscheu“. Karl Kraus wiederum ist als einer der erbittertsten Gegner Freuds in die psychoanalytische Geschichtsschreibung eingegangen. Tatsächlich belegen die Äußerungen und Aphorismen des Herausgebers der Fackel ein profundes Verständnis und eine jahrelange Wertschätzung der Lehre Freuds, bevor seine kritische Auseinandersetzung in Polemik und Angriff überging. Hugo von Hofmannsthal teilte mit Freud die Faszination für die Antike und mythologische Figuren: Seine Bearbeitungen des Ödipus- und Elektra-Stoffes können als Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse gelesen werden. Auch Felix Salten, Autor der anonym verfassten Josefine Mutzenbacher wie auch von Bambi, dessen Artikel für die Neue Freie Presse Sigmund Freud regelmäßig las, teilte mit den psychoanalytischen AkteurInnen zentrale Themen, deren Bandbreite von der Adoleszenz bis hin zu weiblicher Sexualität reichten. In Freuds direkter Nachbarschaft wohnhaft, ist eine persönliche Bekanntschaft zwischen Salten und Freud bereits vor den belegten Treffen im Jahr 1926 wahrscheinlich.

Historische Kästen als Ausstellungsträger

Als Ausstellungsmöbel fungieren zu diesem Zweck angeschaffte historische Kästen, die so auch in den jeweiligen Wohn- bzw. Arbeitszimmern der Autoren stehen hätten können: So wird Hugo von Hofmannsthal als Besitzer von Mobiliar des 18. Jahrhunderts ein Schrank im Louis XVI-Stil gewidmet. Jedem Autor ist somit ein eigenes, seinem Stilempfinden entsprechendes Möbel zugeeignet, das biografische Informationen, Dokumente und audiovisuelle Inhalte präsentiert.

Die Sonderausstellung wird bis Jahresende gezeigt und entsteht in Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie als Teil des Ausstellungsensembles „Das Junge Wien. Natur plus X“, an dem sich mehrere Institutionen aus Wien und Salzburg zwischen März 2018 und April 2019 beteiligen.

Zur Ausstellung erscheint ein Booklet.

 
PARALLELAKTIONEN. Freud und die Literaten des Jungen Wien
Sonderausstellung im Sigmund Freud Museum
23. März 2018 – 28. Februar 2019, täglich 10–18 Uhr
 
Kuratiert von Daniela Finzi
Mitarbeit: Simone Faxa und Fabio Zoccola
 
Eine Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie. Weitere Ausstellungen und Informationen über den Literatenkreis "Das Junge Wien" finden Sie hier (PDF)
 

       

Konzeptkunst in Freuds "erster Praxis"

Besichtigung und Sonderführung nur nach Vereinbarung

VERBORGENE GEDANKEN VISUELLER NATUR
Sigmund Freud Museum Contemporary Art Collection
 
 
 
Eine SONDERFÜHRUNG durch die Ausstellung VERBORGENE GEDANKEN VISUELLER NATUR eröffnet Einblicke in sonst geschlossene Bereiche des Sigmund Freud Museums: in jene Räume, in denen Sigmund Freud vor mehr als hundert Jahren seine „erste Ordination“ in der Berggasse 19 einrichtete und in die Konzeptkunst-Sammlung des Hauses.
 
Die psychoanalytische Wissenschaft übte auf die Kunst seit jeher eine starke Faszination aus. So bietet ihr auch „Freuds Kulturwerk“ (Thomas Mann) wiederholt Anlass zur Auseinandersetzung: Denn so wie Bilder im Traum verborgene Gedanken sichtbar machen, lotet auch die Kunst die Tiefen unseres kulturellen Selbstverständnisses aus und bringt Kräfte zur Darstellung, die unser Unbewusstes formen. Die Werke der Konzeptkunst-Sammlung des Sigmund Freud Museums liefern dafür eindrucksvolle Belege. Dort, wo Freud einst PatientInnen empfing und seine eigenen Traumbilder zu dekodieren versuchte, schreiben sich heute Imaginationen zeitgenössischer Kunst ein - VERBORGENE GEDANKEN VISUELLER NATUR. Neben Arbeiten von John Baldessari, Pier Paolo Calzolari, Jessica Diamond, Georg Herold, Ilya Kabakov, Joseph Kosuth, Sherrie Levine, Franz West, Heimo Zobernig sind auch die Neuzugänge der Sammlung, Werke von Susan Hiller und Wolfgang Berkowski, zu sehen.
 
Besichtigung und Sonderführung nur nach Vereinbarung unter: office@freud-museum.at

 

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