Richard Sterba

Richard Sterba zählte zu den ersten Absolventen der von der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung (WPV) begründeten Psychoanalytischen Lehrinstituts. Er wurde nach seinem Abschluss zunächst außerordentliches, bald darauf ordentliches Mitglied der WPV, arbeitete am Ambulatorium und später als Lehranalytiker. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme emigrierte Sterba mit seiner Frau, die ebenfalls im WPV engagiertes Mitglied war, in die USA. Er wurde dort Mitbegründer der Detroit Psychoanalytic Society und lehrte am University College of Medicine in Detroit. Er starb 1989.

Sterbas Nachlass wurde 1993 von der SFP angekauft und besteht aus Aufnahmeprotokollen, Fallberichten, Briefen, Büchern, Traumprotokollen, Notizen, Rezensionen, Handschriften sowie umfangreichen Vorarbeiten zu Sterbas Handwörterbuch der Psychoanalyse. Thematische Schwerpunkte sind die Psychoanalyse, Traumdeutung, Kinderpsychologie, Hysterie und Erinnerung. Auch persönliche Aufzeichnungen, die mit den fachlichen verwoben sind und sich etwa in den Taschenkalendern finden, tragen zu einem interessanten Gesamtbild des Analytikers bei. Die wichtigsten Dokumente im Bestand liegen auch als Fotokopien vor, redundantes Material, wie etwa mehrfache Korrekturen von Typoskripten, sind nur im Original vorhanden. Keines der Objekte ist digitalisiert.

Der gesamte Nachlass von Richard Sterba ist erfasst, sortiert, nummeriert und geordnet, sodass er ohne weiteren Aufwand zu Forschungszwecken herangezogen werden kann. Weiters existieren von einem großen Teil des Nachlasses Kopien, um bei einer Bearbeitung die Originale zu schonen. Vom gesamten Nachlass existiert eine detaillierte Liste mit genauer Beschreibung, Sperrvermerk, Inventarnummer und Umfang des jeweiligen Konvoluts.

Bearbeitungsmöglichkeiten:

Besonders interessant ist der Bestand wohl für Forschungen zum Gebiet der Psychoanalyse selbst, zur Definition dieses Forschungsfeldes und der Entwicklung, zu der das von Sterba begonnene aber nie fertiggestellte Handwörterbuch Aufschluss gibt.

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