Margarethe Trautenegg

Der Nachlass Trautenegg wurde 2004 von Ines Rieder und Diana Voigt überlassen, welche ein Buch über Margarethe Trautenegg verfasst und dazu im Vorfeld zahlreiche auf Tonband festgehaltene Interviews durchgeführt hatten. Im Bestand befinden sich sowohl die Tonbänder mit den Interviews als auch die Transkripte der Gespräche, sowie Fotos, Briefe und Dokumente auch Margarethe Trauteneggs Nachlass. Die Rechte an den Tonbandinterviews bleiben nach wie vor bei den Interviewerinnen, weitere Veröffentlichungen bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung.

Margarethe Trautenegg, geborene Csonka, wurde von ihren Eltern wegen ihrer homosexuellen Neigung zu Dr. Freud geschickt. Tatsächlich empörte sie sich über die "ödipalen" Interpretationen ihres Verhaltens und schrieb sie der "schmutzigen Phantasie des alten Arztes" zu. Weil die Patientin nicht unter dem Leidensdruck eines inneren Konfliktes oder einer Erkrankung stand und auch sonst keine eigene Motivation zur Analyse entwickelte, brach Freud die Behandlung bald ab. Gleichwohl gab sie Anlass zu einer Schrift: "Über die Psychogenese eines Falles weiblicher Homosexualität" (1920). Unter dem NS-Regime emigrierte Margarethe Trautenegg nach Kuba, wo sie ihr einstiges Hobby der Porträtmalerei wiederentdeckte, kehrte aber 1949 über Paris wieder nach Wien zurück. Ihre späteren Jahre verbrachte sie häufig auf Reisen, bis sie, beinahe hundertjährig, 1999 in Wien verstarb.

Bearbeitungsmöglichkeiten:

Der Nachlass ist erfasst und gelistet, allerdings sind die Transkripte nicht digitalisiert, was für eine Bearbeitung sicherlich hilfreich wäre. Die einzelnen Typoskripte sind grob geordnet, allerdings nicht näher gesichtet oder bearbeitet bzw. auf ihre Vollständigkeit oder Ähnlichkeit hin überprüft. Für Forschung über Margarethe Trauteneggs Leben bietet der Nachlass reichhaltiges Material. Die Interviews sind voller persönlicher Details, die wesentlich mehr Licht auf das private Leben werfen als es eine veröffentlichte Biografie könnte. Abgesehen von Forschung zur Person selbst könnte der Nachlass auch in Verknüpfung mit anderen Personen interessant sein. Die Fotos der von ihr gemalten Portraits könnten zur Forschung über die portraitierten Personen herangezogen werden.

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