Eva Rosenfeld

Der Nachlass von Eva Rosenfeld wurde 2001 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMWF) von der Sigmund Freud Privatstiftung (SFP) erworben und umfasst sowohl Privatkorrespondenz als auch Fotos und über 180 Bücher aus der Bibliothek Eva Rosenfelds. Insgesamt besteht der Nachlass aus 289 Einzelstücken, die sämtlich erschlossen und verzeichnet sind. Die Briefe im Bestand Rosenfeld stammen zum Großteil aus der Korrespondenz mit Anna Freud, ein kleinerer Anteil aus Korrespondenz mit anderen Personen. Auch dieser Bestand ist aufgenommen und sortiert, und hier wäre sicherlich ein interessantes Forschungsfeld zu finden, eventuell in Verbindung mit ergänzenden Beständen.

Die aus einem Brünner-Berliner Elternhaus stammende Eva Rosenfeld (1892–1977) war eine enge Vertraute Anna Freuds, mit der sie, zusammen mit Dorothy Burlingham, 1927 in der Wattmanngasse 11 in Wien die so genannte „Hietzinger Schule“ gründete. Aus dieser Zeit stammt auch der im Nachlass befindliche Briefwechsel von Eva Rosenfeld mit Anna Freud, der nicht nur die private Beziehung der beiden erschließt, sondern auch wichtige Beiträge zur Geschichte der psychoanalytischen Pädagogik enthält. Ein Fotoalbum, das Eva Rosenfeld angelegt hat, zeigt Aufnahmen der Schule aus dem Jahre 1928, darunter das Esszimmer in der Wattmanngasse nach einem Entwurf von Adolf Loos. Impressionen aus dem Alltagsleben der Familie Rosenfeld und ihrer Freunde, aus der Schule in der Wattmanngasse und den Sommeraufenthalten in Grundlsee vermitteln eigenhändig von Eva Rosenfeld angelegte Photoalben. Ein interessantes, großformatiges Album, betitelt „Unserem Evchen“, das Eva Rosenfeld von ihrer Familie anlässlich der Hochzeit mit ihrem Cousin Valentin überreicht wurde, bietet in gestellten Tableaus Szenen aus dem großbürgerlichen Alltagsleben der Familie Rosenfeld in Berlin, die an Filmstills erinnern und neben der privaten Familiengeschichte auch soziologisch bedeutsame Einblicke in die bürgerliche Lebens- und Wohnkultur um 1900 zeigen. Weiters umfasst der Nachlass zahlreiche Dokumente, die die Beziehung der Familie Rosenfeld zur Film- und Theaterwelt belegen, sowie die Beziehung zum Hause Freud illustrieren.

Bearbeitungsmöglichkeiten:

Der Briefverkehr zwischen Anna und Eva könnte, unter Einbeziehung der nicht im Besitz des Archivs befindlichen Gegenstücke von Eva an Anna, näher erforscht und ausgewertet werden, oder aber auch als unterstützendes Material für biografische Arbeiten herangezogen werden.

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