SIGMUND FREUD THEMEN

 

 

Als Stefan Zweig 1931 seinen biographischen Essay über Sigmund Freud veröffentlichte, porträtierte er diesen als makellosen, fast überkorrekten Bürger und Wissenschaftler. Freud kommentierte Zweigs Arbeit damit, daß er im wesentlichen mit seiner Darstellung zufrieden sei, mit Außnahme von zwei Punkten, in denen er doch vom "kleinbürgerlichen" Lebenswandel abweiche:
Zwei Leidenschaften habe er gepflegt, schrieb er an Zweig, er sei "ein leidenschaftlicher Raucher" gewesen und und habe "bei aller Anspruchslosigkeit viel Opfer für meine Sammlung griechischer, römischer und ägyptischer Antiquitäten gebracht und eigentlich mehr Archäologie als Psychologie gelesen".
Akenathon, Foto aus der Sammlung Freud
"Akhenathon"
Dieses Foto wurde in Freud's Ausgabe von "An Egyptian reading Book for Beginners", Wallis Budge, gefunden.
Was Freud in Zweigs Porträt als kleine, ihn charakterisierende Abweichung vom selbstbeherrschten, leidenschaftlosen Wissenschaftler vermißte, bedeutete für ihn jedoch mehr als eine rein private Lust am Sammeln von Antiken. Antiquitäten dekorierten nicht nur seine Praxis-Räume, sie waren für ihn Wegweiser durch die Theorie des Unbewußten. Zu einer seiner Analysandinnen, Hilda Doolittle, bemerkte er einmal: "... kleine Statuen und Bildwerke helfen, die verfliegende Idee zu festigen oder vor dem gänzlichen Entschwinden zu bewahren." An den zahlreichen auf seinem Schreibtisch und in seinen Zimmern aufgestellten antiken Gegenständen ließen sich im Gedächtnis genauso Gedanken festknüpfen wie sie Freud als Metapher für die Psychoanalyse dienten.
Ptah, Sammlung Freud
"Ptah"
Ägypten, Late Periode, 716 - 332 v.Chr.

Siehe auch:
[ CHRONOLOGIE / 1938 ] [ ARBEITSZIMMER ] [ BEHANDLUNGSZIMMER ]