SIGMUND FREUD CHRONOLOGIE

Zu seinem 70. Geburtstag erfährt Freud zahlreiche Ehrungen.
Der österreichische Rundfunk strahlt eine Würdigung seines Werkes aus, der sozialdemokratische Bürgermeister Karl Seitz gratuliert persönlich, Schüler überreichen ihm einen gesammelten Fonds von 30.000 Mark und von Otto Rank erhält er eine Luxusausgabe von Friedrich Nietzsches Werken geschenkt. Diese Nietzsche-Ausgabe wird Freud, trotz aller wissenschaftlichen Differenzen mit Rank, auch in die Emigration mit nach London nehmen.
Der Jahresalmanach des Internationalen Psychoanalytischen Verlags wird erstmals herausgegeben.
Almanach 1926
Freud beginnt die Arbeit an seiner Schrift Die Frage der Laienanalyse. Er gibt ein Interview, in dem er sich entsetzt zeigt über das Aufkommen des Antisemitismus und auf seine deutsche Identifikation verzichtet.
„Ich spreche die deutsche Sprache, und ich lebe im deutschen Kulturkreis. Ich habe mich so lange in geistiger Beziehung als Deutscher gefühlt, bis ich das Wachstum des Antisemitismus in Deutschland und Österreich beobachten konnte. Seither ziehe ich es vor, mich als Jude zu fühlen." [Freud in dem Inteview mit G.S. Viereck, 1926]
In einem Brief an Stefan Zweig analysiert Freud dessen Novellen "Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau", "Untergang eines Herzens" und "Verwirrung der Gefühle".
Freud besucht Rabindranath Tagore in einem Wiener Hotel und ist, wie er berichtet, von seinem Äußeren beeindruckt.
"Tagore hat uns am 25. Oktober zu einem Besuch in seinem Hotel aufgefordert. Wir fanden ihn leidend und müde, aber er ist ein wunderbarer Anblick, er sieht wirklich aus, wie wir uns den Herrgott vorgestellt haben, nur etwa um 10.000 Jahre älter als ihn Michelangelo in der Sixtina gemalt." [SF-Anna v. Vest 14.11.1926]
Hemmung, Symptom und Angst und Die Frage der Laienanalyse erscheinen.