SIGMUND FREUD CHRONOLOGIE

Ausbruch des Ersten Weltkrieges
Freuds Söhne werden zum österreichischen Heer eingezogen und der für Dresden geplante psychoanalytische Kongreß kann bereits nicht mehr stattfinden. Zahlreiche Analytiker, vor allem jene mit medizinischer Ausbildung, wurden einberufen. Freuds patriotische Haltung zur Kriegsmacht Österreich-Ungarn weicht bald einer skeptisch-resignativen Haltung. Seine Analysanden bleiben als Folge der Mobilmachung aus und im Frühjahr 1915 schätzt er, daß der Krieg ihn schon mehr als 40.000 Kronen gekostet habe.
Freud mit seinen Söhnen
Freud mit seinen beiden Söhnen Ernst und Martin 1916 während eines Fronturlaubs
Als polemische Abrechung mit den vorangegangenen Abspaltungen in der Psychoanalyse veröffentlicht Freud "Zur Geschichte der Psychoanalytischen Bewegung". Laut Freud besteht die Eigentümlichkeit der der Psychoanalyse und ihrer Geschichte darin, daß sie "seine Schöpfung ist", denn "ich war durch zehn Jahre der einzige, der sich mit ihr beschäftigte, und alles Mißvergnügen ... hat sich als Kritik auf mein Haupt entladen. Ich finde mich berechtigt, den Standpunkt zu vertreten, daß auch heute noch, wo ich längst micht mehr der einzige Psychoanalytiker bin, keiner besser als ich wissen kann, was die Psychoanalyse ist, wodurch sie sich von anderen Weisen, das Seelenleben zu erforschen, unterscheidet und was mit ihrem Namen belegt werden soll oder besser anders zu benennen ist."
Daneben erscheinen Der Moses des Michelangelo, Zur Einführung des Narzißmus und Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten.