SIGMUND FREUD CHRONOLOGIE

Bruch mit C.G.Jung
C.G. Jung, der schon seit einiger Zeit eine eigene Psychologie mit einer neuen Auffassung der Libido entwickelte, legte die Redaktion am Jahrbuch der Psychoanalyse nieder und tritt 1914 als Präsident der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung zurück.
In Anknüpfung an Jungs Interesse an der Mythologie, aber auch schon mit unterschwelliger Kritik daran entstand die 1913 in Buchform veröffentlichte Arbeit Totem und Tabu. "Es handelt sich hier", schreibt Freud über dieses Werk, "um eine Konzeption, die nicht mit der für eine wissenschaftliche Hypothese berechtigten Strenge beurteilt zu werden braucht. Ich habe sie selbst einmal einen 'wissenschaftlichen Mythos' geheißen. Es wäre müßig, sie von all den Unstimmigkeiten befreien zu wollen, die ihr anhängen. In meiner Vorstellung ist zum einmaligen Ereignis geworden, was ... nur Wiederholung durch Tausende von Generationen gewesen sein kann. Nur auf diesem Wege können die nachhaltigen, psychischen Folgen zustande gekommen sein, die wir von diesem Stück der Menschheitsgeschichte ableiten." [30.7.1927 an Robert von Pilz]
Konstantinhuegel, Ort des Galadiners
Restaurant auf dem Konstantinhuegel
Die Wiener Psychoanalytiker feiern das Erscheinen dieses Buches mit einem "Totemfest" auf dem Konstantinhügel im Prater, bei dem Freud eine ägyptische Figur als Totemtier überreicht wird.
Die zahlreichen Arbeiten, die Freud in diesem Jahr veröffentlicht, widmen sich vorwiegend der Ausarbeitung der psychoanalytischen Technik und religions- und kulturgeschichtlicher Themen. Zu den wichtigsten Publikationen dieses Jahres zählen neben Totem und Tabu, Das Motiv der Kästchenwahl und Das Interesse an der Psychoanalyse.