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SIGMUND FREUD CHRONOLOGIE
SIGMUND FREUD UND SEIN VATER
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![]() Sigmund Freud und sein Vater 1864 |
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| "Und nun stoße ich erst auf das Jugenderlebnis,
das in all diesen Empfindungen und Träumen noch heute seine Macht äußert. Ich mochte
zehn oder zwölf Jahre gewesen sein, als mein Vater begann, mich auf seine Spaziergänge
mitzunehmen und mir in Gesprächen seine Ansichten über die Dinge dieser Welt zu
eröffnen. So erzählte er mir einmal, um mir zu zeigen, in wieviel bessere Zeiten ich
gekommen sei als er: Als ich ein junger Mensch war, bin ich in deinem Geburtsort am
Samstag in der Straße spazierengegangen, schön gekleidet, mit einer neuen Pelzmütze auf
dem Kopf. Da kommt ein Christ daher, haut mir mit einem Schlag die Mütze in den Kot und
ruft dabei: Jud, herunter vom Trottoir! "Und was hast du getan?" Ich bin auf den
Fahrweg gegangen und habe die Mütze aufgehoben, war die gelassene Antwort. Das schien mir
nicht heldenhaft von dem großen starken Mann, der mich Kleinen an der Hand führte. Ich
stellte dieser Situation, die mich nicht befriedigte, eine andere gegenüber, die meinem
Empfindungen besser entsprach, die Szene, in welcher Hannibals Vater, Hamilkar Barkas,
seinen Knaben vor dem Hausaltar schwören läßt, an den Römern Rache zu nehmen. Seitdem
hatte Hannibal einen Platz in meinen Phantasien." Sigmund Freud: Die Traumdeutung |