|
Mit Otto Rank bricht ein Konflikt über die Bedeutung
des Geburtstraumas in der Psychoanalyse aus. |
 |

Abbildung: Deckblatt von Max Pollack |
 |
Freud erhält den Ehrentitel "Bürger der Stadt
Wien".
Die Idee, daß der übermorgen
bevorstehende 68. Geburtstag der letzte sein könnte, muß sich auch anderen aufgedrängt
haben, denn die Stadt Wien hat sich beeilt, mir zu diesem Tage die Ehre ihres
"Bürgerrechts" zu verleihen, die sonst auf den 70. zu warten pflegt."
[SF-Abraham 4.5.1924] |
 |
Stefan Zweig besucht gemeinsam mit Romain Rolland
Freud.
Lange Jahre, ehe ich Sie sah, hatte ich
Sie als Künstler und als Apostel der Menschenliebe geehrt. Der Menschenliebe hing ich
selbst an, nicht aus Motiven der Sentimentalität oder der Idealforderung, sondern aus
nüchternen, ökonomischen Gründen, weil ich sie bei der Gelegenheit unserer Triebanlagen
und unserer Umwelt, für die Erhaltung der Menschenart für ebenso unerläßlich erklären
muß wie etwa die Technik. Als ich Sie dann endlich persönlich kennen lernte, war ich
überrascht zu finden, daß Sie die Stärke und Energie so hoch einzuschätzen wissen und
daß in Ihnen selbst soviel Willenskraft verkörpert ist." (SF-Romain Rolland
29.1.1926) |
 |
Der Herausgeber der "Chicago Tribune" bietet
Freud 25.000 $ an, um in einem Sensationsprozeß den angeklagten Mörder zu analysieren.
Freud lehnt jedoch ab. |
 |
Georges Seldes hat mir freundlicherweise
Einzelheiten über die folgende in jene Zeit fallende Episode mitgeteilt: Zwei Jünglinge,
Leopold und Loeb, hatten in Chicago einen "vollkommenen Mord", wie sie es
nannten, begangen.
Sie wurden jedoch der Tat überführt, und der
lange Prozeß, der sich daraus ergab, bedeutete in Amerika eine Sensation ersten Ranges.
Ihre reichen Verwandten und Freunde scheuten keine Mühe und Kosten, um sie vor der
Todesstrafe zu retten, was ihnen zuletzt auch gelang.
Seldes, Mitarbeiter an der "Chicago
Tribune", erhielt von Colonel McCormick den Auftrag, an Freud mit folgendem Telegramm
heranzutreten: "Offerieren Freud 25 000 Dollar oder beliebige Summe, wenn er Chicago
[das heißt die Mörder] analysiert."
Freud erwiderte Seldes in einem Brief vom 20.
Juni 1924 folgendes:
"Ihr Telegramm wurde mir, da falsch
adressiert, mit Verspätung zugestellt. In Erwiderung möchte ich sagen, daß man mir
nicht zumuten kann, mich nur auf Grund der Zeitungsbereichte und ohne die Möglichkeit
einer persönlichen Untersuchung über die Personen und Taten als Sachverständiger zu
äußern. Eine Einladung der Hearst Press, für die Dauer des Prozesses nach New York zu
kommen, hatte ich aus Gesundheitsrücksichten ablehnen müssen." [Leopold/Loeb
SF-Seldes 29.6.1924] |
 |
Die Wiener Ärztekammer erstattet auf der Grundlage
des Kurpfuschereigesetzes beim Wiener Magistrat Anzeige gegen den nichtärztlichen
Analytiker Theodor Reik. |
|

Theodor Reik |
 |
Freud veröffentlicht die Arbeiten Neurose und Psychose, Das ökonomische Problem des Masochismus, Der Untergang des Ödipuskomplexes und ein Kurzer
Abriß der Psychoanalyse. |