Vorwissenschaftliche Arbeit

Liebe Schülerinnen, liebe Schüler!

Haben Sie schon über Ihre vorwissenschaftliche Arbeit zur Matura nachgedacht?

Die Psychoanalyse liefert zahlreiche Themen, die Sie im Rahmen einer VWA bearbeiten können. Gerne unterstützen wir Sie, sei es bei der Themenfindung, der Literaturrecherche oder beim Zitieren. Wir können Ihnen zeigen, wie Sie in Bibliothekskatalogen und Datenbanken die passende Literatur finden, egal ob es sich um Bücher, Zeitschriften oder elektronische Dokumente handelt.  Unten finden Sie Themenvorschläge, die Sie übernehmen, aber auch gerne abändern und weiterverfolgen können - wir stehen gerne für Ihre Anfragen zur Verfügung.

Sollte Ihre Schulklasse eine Führung durch unsere Bibliothek wünschen, melden Sie sich bitte per E-Mail, um einen Termin zu vereinbaren. Wir halten auch gerne Rechercheworkshops für Kleingruppen bis zu fünf Personen ab (zur inhaltlichen Abstimmung ist auch hier eine Terminvereinbarung erforderlich).

Mit freundlichen Grüßen

Sandra Sparber, Bibliothekarin

Für Fragen wenden Sie sich bitte an: bibliothek@freud-museum.at

Themenvorschläge

Sigmund Freud. Briefe eines jungen Erwachsenen

Sigmund Freud war 26 Jahre alt, als er und Martha Bernays sich verlobten. Bevor sie 1886 heirateten,  führten sie über einen Zeitraum von vier Jahren eine Fernbeziehung, in der sie einander zahlreiche Briefe schrieben. Ziel der vorwissenschaftlichen Arbeit soll es sein, die publizierten Briefe in Hinblick auf Sigmund Freud als jungen Erwachsenen zu analysieren. Unter Berücksichtigung des historischen, kulturellen und sozialen Kontextes sollen verschiedene Aspekte  seiner Persönlichkeit (z.B. seine Vorstellung von Liebe,  seine Haltung gegenüber Frauen, Einstellung zu Familie, seine Hobbies, etc.) rekonstruiert werden.

Literatur:
Freud, Sigmund/Bernays, Martha: Brautbriefe. Fischer Verl., 2011, 2013
Eigner, Peter (Hg.): Briefe, Tagebücher, Autobiographien ; Studien und Quellen für den Unterricht. Studienverl., 2006)

 

Nationalsozialistische Verfolgungs-, Vertreibungs- und Vernichtungspolitik am Beispiel der Familie Freud

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Österreich 1938 traten diese eine Terrorwelle gegen Jüdinnen und Juden los, die sich mittels ökonomischer, sozialer und rechtlicher Praktiken entlud. Aufbauend auf den bereits zuvor allgegenwärtigen Antisemitismus lassen sich verschiedene Phasen nationalsozialistischer Judenverfolgung beschreiben. Ziel der Arbeit soll es sein, die Entwicklung der nationalsozialistischen Judenverfolgung bis hin zum Holocaust am Beispiel der Familie Freud nachzuzeichnen.

Literatur:
Tálos, Emmmerich (Hg.): NS-Herrschaft in Österreich 1938-1945. Verl. Für Gesellschaftskritik, 1988
Gay, Peter: Freud : eine Biographie für unsere Zeit. Fischer, 1989
Freud, Sophie: Im Schatten der Familie Freud. Claassen, 2006
Leupold-Löwenthal, Harald: Die Vertreibung der Familie Freud 1938, in: Sigmund Freud House Bulletin 12/2 (1958), S. 1-11.)

 

Psychoanalytikerinnen im Widerstand

Sowohl Muriel Gardiner Buttinger als auch Edith Jacobson, beide Psychoanalytikerinnen mit jüdischen Wurzeln,  leisteten Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Ziel der Arbeit ist es, den sozialen und politischen Hintergrund des widerständigen Handelns beider Frauen unter Berücksichtigung ihrer autobiographischen Texte herauszuarbeiten und vergleichend zu analysieren.

Literatur:
Jacobson, Edith: Gefängnisaufzeichnungen. Psychosozial Verl., 2015
May, U./Mühlleitner, E.: Edith Jacobson. Sie selbst und ihre Objekte. Leben, Werk, Erinnerungen. Psychosozial Ver., 2005
Gardiner, Muriel: Deckname „Mary“. Erinnerungen einer Amerikanerin im österreichischen Untergrund. Promedia, 2005)

 

Sigmund Freud und Arthur Schnitzler

Zwischen Freud und Schnitzler gab es zahlreiche Parallelen und Anknüpfungspunkte, ob in ihren Ausbildungen, ihren Interessen, ihren Werken. Gerade aufgrund dieser Nähe bzw. „Doppelgängerscheu“ habe Freud– so zumindest schreibt er in seinem Brief zu Schnitzlers 60. Geburtstag am 15. Mai 1922 –die persönliche Bekanntschaft mit dem Anderen bislang gemieden. Schnitzler habe durch Intuition all das gewusst, was Freud selbst „in mühseliger Arbeit an anderen Menschen aufgedeckt habe“. Ziel der Arbeit ist es, die inhaltlichen und auch stilistischen Gemeinsamkeiten der beiden Ärzte und Autoren aufzuzeigen.

Literatur:
Schnitzler, Arthur: Medizinische Schriften. Fischer 1991.
Schnitzler, Arthur: Fräulein Else. Stuttgart 2001.
Fliedl, Konstanze: Arthur Schnitzler. Poetik der Erinnerung. Böhlau 1997.

 

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