Wissenschaft als Marke. Schaufenster, Buchgestaltung und die Psychoanalyse

Buchpräsentation von Christof Windgätter

 

Donnerstag, 23. Februar 2017, 20 Uhr, Sigmund Freud Museum

Eintritt frei, um Anmeldung wird untenstehend gebeten
 

Die Bedeutung eines Buches erschließt sich weder zuerst noch exklusiv durch seine Lektüre. Vor jedem gelesenen Inhalt nämlich gibt es immer schon ein graphisch initiiertes Wissen, das im Falle papierner Publikationen auf Farben, Typen, Namen oder Logos basiert. Auch wissenschaftliche Bücher sind davon nicht ausgenommen, wie ein Blick auf den Internationalen Psychoanalytischen Verlag in Wien zu zeigen vermag. Von Freud 1919 gegründet, aber vor allem unter dem Direktorat von Adolf József Storfer, lassen sich an seinen Büchern Layout-Strategien erkennen, die bis heute als Branding, Corporate Design oder Labelling zu prägenden Eigenschaften des Wissenschaftsbetriebs geworden sind.

Ausgangspunkt von Wissenschaft als Marke ist die Pionierfunktion des Wiener Verlags für eine Entwicklung, durch die Markenbildungsprozesse aus den Industrie- und Konsumkulturen in die Legitimationsstrategien wissenschaftlichen Wissens eingeführt worden sind. Geltung durch Gestaltung ist seine Devise, die auch im späteren Verlagswesen (etwa bei Suhrkamp oder Merve) zu designgetriebenen Versuchen bei der Durchsetzung spezifischer Theorieformen geführt hat. Die historische Bühne dieser Entwicklung ist das Schaufenster, das um 1920 zu einer städtebaulichen Größe in Europa geworden ist.

Mit der hier vorgestellten Publikation Wissenschaft als Marke werden erstmals systematisch und anschaulich die konkreten Einbände und Umschläge des Internationalen Psychoanalytischen Verlags in den Mittelpunkt gestellt. Ziel ist es, über ästhetische, ökonomische oder technische Betrachtungen hinaus eine Epistemologie der modernen Buchgestaltung auf den Weg zu bringen. So öffnen sich im Spannungsfeld von Medien-, Wissenschafts- und Designgeschichte auch neue Einsichten zum Erbe der Psychoanalyse.

Erschienen im Verlag Brinkmann & Bose Berlin, 352 S., Br., zahlreiche vierfarbige Abb., ISBN 978-3-940048-27-1

Christof Windgätter, Prof. Dr.: Nach einer Tischlerlehre in Dortmund und einer Ballettausbildung in Köln bzw. New York studierte er Philosophie, Germanistik und Kulturwissenschaften in München, Los Angeles und Berlin. 2006 wurde er an der Humboldt-Universität mit einer medienhistorischen Arbeit über Friedrich Nietzsche promoviert. Von 2007 bis 2009 war er Postdoctoral Research Fellow am Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und anschließend Stipendiat der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. Von 2010 bis 2012 arbeitete er als Fellow des Referates für Wissenschafts- und Forschungsförderung in Wien sowie als Lehrbeauftragter am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften der Universität Wien. 2012 ging er für eine Gastprofessur an die Leuphana Universität Lüneburg und wurde danach als Professor für Medientheorie an die Berliner Technischen Kunsthochschule berufen. Dort war er bis 2016 auch Leiter des Institutes für gestalterisches Forschen (IF). Seit 2015 ist er Principal Investigator des Berliner Exzellenzclusters Bild Wissen Gestaltung - Ein interdisziplinäres Labor. 2016 erfolgte seine Habilitation an der Humboldt Universität zu Berlin mit einer Arbeit über Markenbildungsprozesse in den Wissenschaften.

Zuletzt sind von ihm erschienen:

Wissenschaft als Marke. Schaufenster, Buchgestaltung und die Psychoanalyse. Berlin (Brinkmann & Bose) 2016.
(Hg.) Wild Thing. Unordentliche Prozesse in Design und Wissenschaft (zusammen mit Claudia Mareis). Kadmos (Berlin) 2017.
 
In Vorbereitung:
 
(Hg.) Glas. Materielle Kultur zwischen Zeigen und Verbergen (zusammen mit Margarete Vöhringer). Berlin (Kadmos) 2017.
(Hg.) Hautlichkeit. Gestalterische und wissenschaftliche Praktiken zur Oberfläche (zusammen mit Gottfried Schnödl). Berlin (Kadmos) 2017.
 

Foto: Coverausschnitt: Wissenschaft als Marke. Schaufenster, Buchgestaltung und die Psychoanalyse. Berlin (Brinkmann & Bose) 2016

 

     
 

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