Das Wandern durch eine „Flucht von Zimmern“

Vortrag von Michael Molnar

 

Donnerstag, 9. März 2017, 20 Uhr, Sigmund Freud Museum

Eintritt frei, um Anmeldung wird untenstehend gebeten
 

Wo Wohnung war, soll Museum werden. Als Edmund Engelman 1938 Sigmund Freuds Wohnung photographisch dokumentierte, wollte er sie durch Freuds Augen zeigen. Das Ergebnis war jedoch eine Mischung aus Engelmans eigenem und Freuds Blickwinkel – wobei ausgerechnet jenes Zimmer, dessen Bestimmungen wie kein anderes die Psychoanalyse grundieren sollten, ausgespart wurde: Freuds Werk stammt aus dem Schlafzimmer, aus Traum und Sexualität.

In seinem Vortrag versucht Michael Molnar, die Geschichte der verschiedenen Wohnungen Freuds auf zweierlei Ebenen – auf der historischen und der phantastischen – zu erfassen: Als Wegführer dabei fungiert Freuds Traumdeutung und seine Einsicht, dass das Zimmer im Traum ein „Frauenzimmer“ bedeutet. Außerdem wird die Diskussion um die Frage, wem das Recht zukommt, Freuds Ideen zu vermitteln, aufgegriffen: Anna Freud und Mitglieder der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV) standen dem Vorhaben, an der Berggasse 19 ein Museum zu errichten, äußerst ambivalent gegenüber. Bereits zuvor war die Autorität Freuds, und die der Psychoanalyse, von C.G. Jung in Frage gestellt worden. Im Hintergrund Molnars metaphorischer Führung durch das Haus-Museum sind auch diese unruhigen Stimmen zu vernehmen.

Michael Molnar stand von 2003 bis 2009 dem Freud Museums London als Direktor vor. Als dessen Archivar begann er 1986, die Geschichte der Psychoanalyse zu erforschen. Er hat zahlreiche Publikationen zur Freud-Biographie verfasst, u.a. gab er 1992 den kommentierten Band The Diary of Sigmund Freud: A Record of the Final Decade (Charles Scribner's Sons, New York) heraus. Die deutsche Ausgabe erschien 1996 unter dem Titel Freuds Tagebuch 1929 – 1939: Kürzeste Chronik bei Stroemfeld, Frankfurt/Main. Sein neuestes Buch Looking through Freud‘s Photos (Karnac, London, 2015) untersucht das Bildarchiv der Freud Familie, um die versteckten räumlichen und zeitlichen Bewegungen, die hinter jeder Momentaufnahme spürbar ist, ans Licht zu bringen.
 

Eine Veranstaltung aus dem Rahmenprogramm zur Ausstellung:

„Der Wohnung geht es gut“. Die Freuds in der Berggasse 19

Sonderausstellung im Sigmund Freud Museum
Ab 31. Jänner 2017
 
 
Foto: Ansicht der Ausstellung „Der Wohnung geht es gut“. Die Freuds in der Berggasse 19, © Oliver Ottenschlaeger, Sigmund Freud Privatstiftung
 
 
      
 

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