2014 - XLI. Sigmund Freud Vorlesung

Judith Butler: Politik des Todestriebes. Der Fall der Todesstrafe

Dienstag, 6. Mai 2014, 19:00 Uhr Audi Max der Universität Wien

Ort: Universitätsring 1, 1010 Wien

In Kooperation mit der Universität Wien (Institut für Germanistik und Institut für Philosophie)

Die Sigmund Freud Vorlesung von Judith Butler wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein aka herausgegeben und ist im Verlag Turia+Kant erschienen. Das Buch ist im Shop des Sigmund Freud Museums erhältlich.

Das Video der Vorlesung von Judith Butler ist auf dem Youtube-Kanal des Sigmund Freud Museums nachzusehen:

Judith Butler: Politik des Todestriebes. Der Fall der Todesstrafe (Video)

Politik des Todestriebes. Der Fall der Todesstrafe

Politik des Todestriebes. Der Fall der Todesstrafe
Politik des Todestriebes. Der Fall der Todesstrafe

Freuds Überlegungen zum Todestrieb bieten die Gelegenheit, Formen rechtlicher Gewalt – einschließlich der Todesstrafe – auf neue Weise zu denken. Am Ende von Jenseits des Lustprinzips bietet Freud verschiedene Erklärungsansätze für die Verbindung des Todestriebs mit dem Lustprinzip, und liefert damit einen Rahmen für das Verständnis des Zwangscharakters menschlicher Destruktivität. Seine Theorie kann uns nicht nur helfen, das zu verstehen, was Nietzsche das „Fest der Grausamkeit“ genannt hat, das durch bestimmte Rechtsordnungen instituiert wird, sondern ermöglicht es auch, die soziale Institutionalisierung sadistischer Lust und ihre Rationalisierung durch eine rechtliche und moralische Sprache zu begreifen. Es geht um die Art und Weise, über Formen institutionalisierter Destruktivität – wie etwa die Todesstrafe – nachzudenken, die nicht länger als Selbstverteidigung rationalisiert werden können. Mit Blick auf Derridas jüngste Arbeiten untersucht der Vortrag die Frage, inwiefern Freuds Schriften zum Todestrieb einen Beitrag zur Klärung unseres Verständnisses rechtlicher Gewalt sowie der Art und Weise, wie diese eine Kategorie „unverteidigbaren Lebens“ etabliert, leisten können.

Übersetzung: Gerald Posselt und Sergej Seitz

Eintritt frei

Anmeldung erbeten: vorlesung@freud-museum.at

Die Anmeldung garantiert keinen Platz im Audimax, die Vorlesung wird per Video in den Hörsaal 33 übertragen

 

2013 - XL. Sigmund Freud Vorlesung

Joseph Kosuth: Freud, Beckett, and the Uncanny

--Some thoughts on Art as Installation

Montag, 6. Mai 2013, 19:30 Uhr

Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

in englischer Sprache

Moderation und Einleitung: Peter Pakesch, Intendant des Universalmuseums Joanneum

Begrüßung: Mag. Inge Scholz-Strasser, Vorstandsvorsitzende der Sigmund Freud Privatstiftung

Beschränkte Platzzahl, Anmeldung obligat: veranstaltung@freud-museum.at

Wir ersuchen um zeitgerechtes Erscheinen, da wir keine Sitzplatzreservierungen vornehmen können.

Joseph Kosuth ist Philosoph und Künstler und zählt zu den Begründern der Konzeptkunst. Er ist seit 1995 sowohl beratend als auch künstlerisch für das Sigmund Freud Museum tätig und hat gemeinsam mit Peter Pakesch und Inge Scholz-Strasser die Kunstsammlung The Sigmund Freud Museum Contemporary Art Collection aufgebaut.  Kosuth studierte von 1955 bis 1962 an der Toledo Museum School of Arts, 1963/1964 am Cleveland Art Institute und von 1965 bis 1967 an der School of Visual Arts in New York. Er war Gründer und Leiter des Museum of Normal Art. Von 1971 bis 1972 studierte er Anthropologie und Philosophie an der New School for Social Research, New York. Er hat zahlreiche Publikationen herausgegeben und lebt und arbeitet in London.

Peter Pakesch, geb. 1955 in Graz, ist seit 2003 Intendant Universalmuseum Joanneum. Er war von 1996 bis 2003 Direktor der Kunsthalle Basel, zwischen 1981 bis 1993 betrieb er die Galerie Peter Pakesch in Wien. Pakesch ist seit 1989 an diversen Ausstellungen im Kontext des Sigmund Freud Museum beteiligt. 1985 gründete er den Grazer Kunstverein, von 1976 bis 1991 kuratierte er Ausstellungen für das Forum Stadtpark, den steirischen herbst und den Grazer Kunstverein. 1973 bis 1980 Studium der Architektur an der TU Graz.

 

2012 - XXXIX. Sigmund Freud Vorlesung

Peter Bieri: Selbsterkenntnis durch Erzählungen

Sonntag, 6. Mai 2012, 18.00 Uhr

Billrothhaus, Frankgasse 8, 1090 Wien

Moderation und Einleitung: Univ.-Prof. Dr. Patrizia Giampieri-Deutsch

Begrüßung: Mag. Inge Scholz-Strasser, Vorstandsvorsitzende der Sigmund Freud Privatstiftung

Dr. Urs Breiter, Schweizerischer Botschafter in Österreich

Beschränkte Platzzahl, Anmeldung obligat: office@freud-museum.at

Selbsterkenntnis durch Erzählungen

Sich erkennen heißt: sich verstehen. Sich verstehen heißt: sich die Bedingungen seines Tuns und Erlebens vergegenwärtigen. Jeder solche Versuch hat erzählerische Struktur, weil er auf die Frage antwortet: Wie ist es dazu gekommen? Deshalb ist die Beschäftigung mit Erzählungen so wichtig für Selbsterkenntnis. Man kann sich in ihnen spiegeln: sich im Erzählten wiedererkennen oder die eigene seelische Identität erkunden, indem man sich dagegen abgrenzt. Entscheidend dabei ist die Phantasie: der Sinn für das Mögliche und die Fähigkeit, sich in die Lage eines Anderen zu versetzen. Es kann dabei um fremde oder eigene Erzählungen gehen, um kunstvolle oder weniger kunstvolle. Auch Tagebücher und Tagträume sind Erzählungen, die uns darüber belehren, wer wir sind. Ein Selbst ist ein Zentrum erzählerischer Schwerkraft. Es zu erkunden, bedeutet, der Logik und Dynamik der eigenen Phantasie auf die Spur zu kommen. Wer erzählt, lernt sich kennen, indem er erfährt, welche Bilder, Figuren und Dramen ihm die Erinnerung und die Einbildungskraft zuspielen. In diesem Prozeß, ob er nun roh oder kunstvoll verläuft, lockert sich die innere Zensur, und es kommen Gedanken, Gefühle und Wünsche an den Tag, die ohne das Erzählen im Dunkeln blieben. Erzählen ist also ein wichtiges Mittel, um aus Unbewußtem Bewußtes zu machen. Damit ist es auch ein wichtiges Mittel, den Radius der Selbsterkenntnis nach innen zu vergrößern und immer mehr Teile der Innenwelt in ein realistisches Selbstbild zu integrieren. Schriftsteller sind geübte Tagträumer, die dieses seelische Geschehen, das jeder kennt, mit der Fähigkeit verbinden, Erzählungen kunstvoll aufzubauen. Ein Schriftsteller vergegenwärtigt sich seine Erfahrung, auch seine bisher unbewußte Erfahrung, indem er fiktive Geschichten mit fiktiven Figuren entwickelt. Das Entscheidende dabei ist der Prozeß der Verdichtung von Erfahrung. Dabei geht es um das Drama, die erzählerische Perspektive und den Stil. Auch in diesen Dimensionen einer Erzählung erkennt und verrät sich der Erzähler: Ein Selbst ist auch ein Gravitationszentrum von Worten. Peter Bieri

Peter Bieri, geboren 1944 in Bern, war Professor für analytische Philosophie an der Freien Universität Berlin. Zuvor war er Professor in Heidelberg, Bielefeld und Marburg. Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften, Auszeichnung mit der Lichtenberg-Medaille, Ehrendoktor der Universität Luzern. Unter dem Namen Pascal Mercier Autor von vier Romanen, darunter Nachtzug nach Lissabon und Lea. Für das literarische Werk ausgezeichnet mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Pres und dem Premio Grinzane Cavour.

 

2011 - XXXVIII. Sigmund Freud Vorlesung

Siri Hustvedt

Freud's Playground: Some Thoughts on the Art and Science of Subjectivity and Intersubjectivity

Video des Vortrags auf Youtube

Freitag, 6. Mai 2011, 18.00 Uhr, Oesterreichische Nationalbank, Kassensaal, Otto-Wagner-Platz 3, 1090 Wien

In englischer Sprache

Moderation und Einleitung: Andrea Bronner

Eintritt frei

beschränkte Platzzahl - Anmeldung obligat: veranstaltung@freud-museum.at
 
Siri Hustvedt wurde 1955 in Northfield, Minnesota, geboren. Sie studierte Literatur an der Columbia University und promovierte mit einer Arbeit über Charles Dickens. Sie lebt in Brooklyn und ist mit dem Schriftsteller Paul Auster verheiratet, mit dem sie eine Tochter hat. Bekannt wurde sie mit den Romanen Die unsichtbare Frau, Die Verzauberung der Lily Dahl und vor allem mit den internationalen Bestsellern Was ich liebte, Die Leiden eines Amerikaners und Die zitternde Frau.

 

2010 - XXXVII. Sigmund Freud Vorlesung

Moshe Zuckermann: Freuds Weltsicht und die Theorie vom "Autoritären Charakter"

zur Aktualität der Freudschen Kategorien für die gegenwärtige Gesellschaftsanalyse

Donnerstag, 6. Mai 2010, 19.30 Uhr

Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

Begrüßung: Inge Scholz-Strasser

Vorstandsvorsitzende der Sigmund Freud Privatstiftung

Moderation und Einleitung: Helmut Dahmer
Em. Universitätsprofessor und Publizist

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: office@freud-museum.at bzw. 01-319 15 96-11

Freuds Weltsicht und die Theorie vom "Autoritären Charakter" - zur Aktualität der Freudschen Kategorien für die gegenwärtige Gesellschaftsanalyse

Die Synthese der Freudschen Tiefenpsychologie mit der Marxschen Makrosoziologie bildete die Grundlage für die Theorie des autoritären Charakters in der klassischen Kritischen Theorie. Ausgehend von der psychisch bedingten Verinnerlichung von Herrschaft und der sozialen Spezifizierung der Verinnerlichungsmodi befassten sich eminente Gelehrte wie Erich Fromm, Max Horkheimer, Theodor Adorno und Herbert Marcuse mit den politischen Folgen dieses Wirkzusammenhangs. Sie wiesen den Kausalnexus von psychischen Dispositionen der Autoritätsabhängigkeit und ihren Auswirkungen auf manifeste Ideologiebildungen nach. Entstanden zu einer Zeit, als der staatlich gebildete Faschismus in Europa grassierte, wies die Theorie des autoritären Charakters eine akute Relevanz auf. Abgesehen davon, dass sie diese Relevanz auch in der Analyse heutiger Politgebilde wahrt, die sich keinem dezidiert proklamierten Faschismus verschwistert wissen, soll im Vortrag die Möglichkeit erörtert werden, dass autoritäre Projektionen und Anbindungen nicht nur unmittelbar Politisches tangieren, sondern sich längst schon auch – und vornehmlich – in den Bereichen populärer Massenkultur und der Konsumpraxis im Zeitalter globalisierter Ökonomie angesiedelt haben.

Moshe Zuckermann ist wissenschaftlicher Leiter der Sigmund Freud Privatstiftung.

Er wurde 1949 in Tel-Aviv geboren und lebte zwischen 1960 und 1970 in Deutschland (Frankfurt am Main). Nach der Rückkehr nach Israel Studium der Soziologie, Politologie und Geschichte an der Universität Tel-Aviv. Prof. Zuckermann lehrt seit 1990 am Cohn Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas der Tel Aviv University (TAU) und war 2000-2005 Direktor des Instituts für Deutsche Geschichte an der TAU. Seine Forschungsschwerpunkte sind Geschichte und Philosophie der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften; Frankfurter Schule; Ästhetische Theorie und Kunstsoziologie; der Einfluss der Shoah auf die politischen Kulturen Israels und Deutschlands.

Seine Publikationen umfassen u.a. Das Trauma des “Königsmordes”. Französische Revolution und deutsche Geschichtsschreibung im “Vormärz”, Frankfurt/M. 1989; Zweierlei Holocaust. Der Holocaust in den politischen Kulturen Israels und Deutschlands, Göttingen 1998; Gedenken und Kulturindustrie. Ein Essay zur neuen deutschen Normalität, Berlin & Bodenheim 1999; Kunst und Publikum. Das Kunstwerk im Zeitalter seiner gesellschaftlichen Hintergehbarkeit, Göttingen 2002; Zweierlei Israel? (mit Hermann Gremliza, Thomas Ebermann und Volker Weiß), Hamburg 2003; Israel – Deutschland – Israel. Reflexionen eines Heimatlosen, Wien 2006; Zeit der Lemminge. Aphorismen, Wien 2007; Sechzig Jahre Israel. Die Genesis einer politischen Krise des Zionismus, Bonn 2009

2009

Carlo Ginzburg

Dantes Blind Spot

Mittwoch, 6. Mai 2009, 19.30 Uhr

Gesellschaft der Aerzte Wien, Billrothhaus, Frankgasse 8, 1090 Wien

2008

Jessica Benjamin

Injury and Acknowledgement [PDF]

2007

Mark Solms

Freud's Dream Theory Today [PDF]

2006

Leon Botstein

Freud und Wittgenstein [PDF]

2005

Michel Tort

Der Vater in der Psychoanalyse: Ende eines Dogmas [PDF]

2004

Leo Bersani

Psychoanalysis and the Aesthetic Subject [PDF]

2003

Juliet Mitchell

A matter of life or death: siblinghood and the unconscious [PDF]

2002

Sherry Turkle

Why psychoanalysis in the digital age? [PDF]

Übersicht Freud Vorlesungen 1970 – 2000 [PDF]

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