Monika Sosnowska "The Tired Room"
 

 


Die Sigmund Freud Privatstiftung zeigt im Rahmen der Reihe "Außenansicht - fortgesetzt" Werke von drei Künstlern im ehemaligen Geschäftslokal der Fleischhauerei Kornmehl in der Berggasse 19. Auf die Arbeit "Tractatus IDeuses" von Ernesto Neto folgt nun "The Tired Room"(Der müde Raum) von Monika Sosnowska.

Ich möchte eine mehrschichtige Arbeit machen, die sich auf den psychischen Zustand von jemandem bezieht, der dabei ist, seinen Verstand zu verlieren, aber gleichzeitig in diesem Moment die Wirklichkeit befragt. Sichtbar ist eine Skulptur - besser vielleicht eine Installation - eines deformierten Raumes. Es sollte eine Art Beschädigung sein, die eigentlich unmöglich ist. Ich möchte eine Atmosphäre schaffen, in der der äußere Raum zum inneren wird, der bestimmte Gefühle und seelische Zustände ausdrückt. Man kann das, was in diesem Raum geschieht, folgendermaßen beschreiben:

... die Türe lässt sich nicht schließen; beim Versuch sie zu zumachen, scheint sie nicht mehr in den Rahmen zu passen; sie kann weder ganz geöffnet noch vollständig geschlossen werden; zusätzlich wirkt sie leicht deformiert; der Boden ist ein wenig größer als die obere Kante; die Türschwelle ist breiter als der obere Rahmen. Vielleicht hängt das mit der sich leicht neigenden Wand zusammen. Aber ist die Wand schief, oder der Boden abschüssig? Einige sichtbaren Ausbuchtungen an der Decke erzeugen eine auf den Kopf gestellte Hügellandschaft; drückt etwas von oben auf den Raum? Der Raum wirkt auch verkleinert; die Wände ziehen einander magnetisch an und rücken näher und näher...

Wenn der Besucher in die Ausstellung kommt, sieht er den Raum, der das sichtbar macht, was eigentlich bloß die Einbildung eines beschädigten Gehirns ist. Der Raum scheint wie von einem Riesen zerquetscht. Ich bereite das Projekt vor, indem ich ein Papiermodell mache, das ich anschließend in meinen Händen zusammen drücke. Die endgültige Arbeit wird natürlich anders aussehen. Der deformierte Raum präsentiert nicht die Folgen einer Katastrophe, sondern ist vielmehr präzise nach geometrischen Formen gestaltet und entworfen. Außerdem kann man, wenn man die Installation betrachtet, den Eindruck gewinnen, dass etwas mit der eigenen Wahrnehmung passiert. So ändert sich die Situation nochmals und der "psychische Raum" kehrt ins Bewusstsein zurück.


Monika Sosnowska
Folder zur Installation von Monika Sowsnowska

Ausstellungsdauer:
8. September – 4. November 2005