Sonstige Veranstaltungen und Kooperationen
 


Michael Schröter: Die graue Eminenz. Max Eitingon und seine Rolle in der Geschichte der Psychoanalyse
Sigmund-Freud-Museum
Dienstag, 19. Oktober 2004

Max Eitingon, der in Russland geborene, in Leipzig aufgewachsene, in Zürich ausgebildete Psychiater jüdischer Herkunft, der von 1910 bis 1933 in Berlin lebte und danach nach Palästina emigrierte, ist in der Geschichte der Psychoanalyse eine zentrale, aber schattenhafte Figur. Aus seinem umfangreichen Briefwechsel mit Freud, den Michael Schröter soeben ediert hat, tritt erstmals seine historische Bedeutung hervor. Sie liegt hauptsächlich in den Bereichen Ausbildung, Organisation und Publikationswesen. Die Briefe werfen z. B. ein neues Licht auf den Aufstieg und Niedergang des modellsetzenden Berliner Psychoanalytischen Instituts, das Eitingons Schöpfung war; auf die Krise der Internationalen Psychoanaytischen Vereinigung um die Laienanalyse nach 1925; auf die von Geldnöten geprägte Geschichte des psychoanalytischen Verlags. Da Eitingon einer reichen Pelzhändlerdynastie entstammte, konnte er Freuds Werk auch als Mäzen unterstützen. Eine spezifische Basis seiner Tätigkeit war, dass er gegenüber Freud die Stellung eines Quasi-Familienmitglieds erlangte und ihm in unverwandter Zuneigung verbunden blieb.

Michael Schröter, geb. 1944, ist promovierter Soziologe und lebt als freier Autor in Berlin. Seit vielen Jahren ist die Geschichte der Psychoanalyse sein hauptsächliches Tätigkeitsfeld. Letzte Buchveröffentlichungen: Erfahrungen mit Norbert Elias (1997); (als Herausgeber) S. Freud u. M. Eitingon: Briefwechsel 1906-1939 (2004). Michael Schröter ist Herausgeber von LUZIFER-AMOR. Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse.

Eine Veranstaltung der Sigmund-Freud-Privatstiftung