| Sonstige Veranstaltungen und Kooperationen | |||
|
|
Gerhard Schneider: Die Gefahr der Heilung - Psychische Veränderung als tödliche Bedrohung Zu den grundlegenden Einsichten der Psychoanalyse gehört, dass es, dem bewussten Selbstverständnis der Patienten zum Trotz, in ihnen auch eine der Veränderung und Heilung entgegenwirkende Kraft gibt, die sich in der Behandlung als Widerstand äußert. Bei einer Reihe von schwergestörten Patienten ist diese "Gefahr der Heilung" (Freud) so groß, dass an Knotenpunkten in der Behandlung, in denen es um tiefergehende Veränderungen geht, die Behandlung selbst als reale Gefahr erlebt wird und der narzisstische Widerstand gegen die Veränderung so massiv werden kann, dass eine psychotische Entwicklung, der Suizid oder der mörderische Angriff auf den Analytiker drohen, um die gefährdete (pathologische) Kern-Identität aufrechtzuerhalten. Zum einen geht es in diesem Vortrag darum, die innere Logik solcher Entwicklungen aufzuzeigen und behandlungstechnische Möglichkeiten darzulegen, wie damit umgegangen werden kann. Zum anderen wird in der Arbeit mit solchen Patienten eine paradoxale Grundsituation der gegenwärtigen nachklassischen Psychoanalyse erkennbar: dass Psychoanalyse heute zunächst nicht selten darin besteht, Psychoanalyse überhaupt möglich zu machen. Dr. phil. Gerhard Schneider, Dipl.-Psych., Dipl.-Math. Psychoanalytiker in eigener Praxis in Mannheim. Lehranalytiker der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) und am Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Heidelberg-Mannheim (DGPT). Bücher: Psychoanalyse und bildende Kunst (Hg., 1999). Zahlreiche Veröffentlichungen in Büchern und Fachzeitschriften, zuletzt u. a.: Tödliche (Ent-)Bindungen - psychoanalytische Überlegungen zu Hitchcocks Psycho (Psychoanalyse im Widerspruch, Oktober 2003). Eine Veranstaltung der Sigmund-Freud-Privatstiftung | ||