Sigmund Freud Vorlesung
 


SIGMUND FREUD VORLESUNG 2006
LEON BOTSTEIN
Freud und Wittgenstein.
Sprache und menschliche Natur

Samstag, 6. Mai 2006, 18.00 Uhr
Gesellschaft der Ärzte, Billrothhaus, Festsaal
Frankgasse 8, 1090 Wien

Lesung:
Kammerschauspielerin Elisabeth Orth
Moderation:
Inge Scholz-Strasser

Die Suche nach gültigen Antworten auf Fragen nach der Natur menschlichen Bewusstseins gehört zu den zentralen Linien des Werkes Freuds, die bis in die Gegenwart wirken. Seine Ansätze zu einem wissenschaftlichen Verständnis psychischer Prozesse stellten die Traditionen des 19. Jahrhunderts, die ihren Schwerpunkt auf Vorstellungen von Geschichte und Rasse legten, in Frage. Im Zentrum des Werkes Freuds steht eine Theorie der Sprache und damit die Funktion, die Sprache im Bewusstsein des Individuums und der Gesellschaft einnimmt. Der historische Kontext, der die Entwicklung seiner Theorien begleitet, beginnend mit der Traumdeutung (1899) bis hin zu Das Unbehagen in der Kultur (1930), sein Selbstverständnis als Jude und die dynamischen Beziehungen zwischen der Gesellschaft und Politik Wiens bilden die Basis dieses Vortrags, der die Widersprüche und Übereinstimmungen zwischen den Theorien Freuds und dem Werk Ludwig Wittgensteins zu Fragen des Bewusstseins, der Sprache und der Identität untersuchen wird. Freuds Erbe wird nicht in Hinsicht auf deren Bedeutung für Psychologie, Neurowissenschaft und Hermeneutik, sondern auf ihre Relevanz für Politik, Ethik und Sozialtheorie hinterfragt.

Leon Botstein ist seit 1975 Präsident des Bard College, New York. Seit 1992 ist er Musikdirektor und Dirigent des American Symphony Orchesters in New York, und im Jahr 2003 wurde er zum Musikdirektor des Jerusalem Symphony Orchesters, das Rundfunkorchester Israels, ernannt. Er ist Autor von Judentum und Modernität (Wien, 1991) und Herausgeber von The Complete Brahms (New York, 1999), von Musical Quarterly und Mitherausgeber von Quasi una Fantasia: Juden und die Musikstadt Wien. 2001 wurde ihm das Ehrenkreuz der Republik Österreich verliehen. Zu seinen Musikaufnahmen zählen unter anderem CDs mit Werken von Szymanowski, Hartmann, Bruch, Dohnány, Bruckner, Toch, Richard Strauss und Mendelssohn sowie eine Grammy nominierte Aufnahme der Ersten Symphony von Gavriil Popov.

Kammerschauspielerin Elisabeth Orth ist Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. Nach mehreren Jahren u. a. an den Städtischen Bühnen Ulm, dem Residenztheater München und der Schaubühne Berlin spielt Elisabeth Orth seit 1999 wieder am Burgtheater. Film- und Fernsehtätigkeit (u. a. "Die Siebtelbauern", "Schatzhaus Österreich"). Zahlreiche Auszeichnungen, u. 1981 Kainz-Medaille.

Planung und Koordination:
Univ.-Prof. Dr. Huber Ch. Ehalt
Kulturabteilung der Stadt Wien
Wissenschafts- und Forschungsförderung



Mag. Inge Scholz-Strasser
Vorstandsvorsitzende Sigmund Freud Privatstiftung
Die Sigmund Freud Vorlesung 2006 ist eine gemeinsame Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung und der Wiener Vorlesungen.