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Buchpräsentation: Irene Berkel "Missbrauch als Phantasma.
Zur Krise der Genealogie"

Freitag, 26. Jänner 2007, 19 Uhr
Sigmund Freud Museum
Berggasse 19, 1090 Wien

Seit mehr als dreißig Jahren steht sexueller Missbrauch im Brennpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. In Film, Literatur und Kunst ist er mittlerweile zu einem Topos avanciert. Welches Bild von Familie wird uns auf diese Weise vermittelt? Was bewegt eine Gesellschaft, deren Vater- und Männerbild in gravierender Weise kompromittiert erscheint? Die vorliegende Untersuchung beleuchtet den öffentlichen Diskurs über sexuellen Missbrauch als modernes Faszinationsphänomen und Symptom eines tiefgreifenden Wandels. Die Autorin untersucht das Phänomen zum einen im Kontext der gesellschaftlichen Entwicklungen (Einsatz der Neuen Medien, Bio- und Reproduktionstechnologien u.a.). Zum anderen befrägt sie die psychoanalytischen Theorien zum Verhältnis von Subjekt und Genealogie, zu den psychosexuellen Voraussetzungen für ein gelingendes Generationenverhältnis als Fundament unserer Gesellschaft. Das Scheitern der genealogischen Position wird anhand psychoanalytischer Fallgeschichten aber auch anhand filmischer und literarischer Stoffe analysiert. Abschließend widmet sich das Buch den religiösen Grundlagen der abendländischen Kultur, der Konzeption von Genealogie in der jüdischen und in der christlichen Lehre.

Irene Berkel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Religionswissenschaftlichen Institut der Freien Universität Berlin, anschließend Lehrbeauftragte u. a. am kulturwissenschaftlichen Institut und am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität Berlin. Derzeit Lektorin an der Universität Innsbruck und Arbeit an der Habilitation über die Neuordnung des Generationenverhältnisses im Zeitalter biotechnischer Reproduzierbarkeit.

Eine Veranstaltungskooperation des Fink-Verlags und der Sigmund Freud Privatstiftung

www.ireneberkel.de