Lucian Freud: Privat

Fotografien von David Dawson

Sigmund Freud Museum, 9.10. 2013 – 6.1. 2014

Eröffnung: 8.10.2013

Kuratoren: David Dawson und Jasper Sharp

 

Von 9. Oktober 2013 bis 6. Jänner 2014 zeigt das Sigmund Freud Museum in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum eine Ausstellung mit Fotografien aus dem Atelier Lucian Freuds von David Dawson. Die Bilder dokumentieren die Umstände, in denen Lucian Freuds Arbeiten entstanden sind ebenso wie seine Arbeitsmethodik und liefern einen intimen, persönlichen Blick auf einen der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts und Enkel Sigmund Freuds.

Lucians Großvater Sigmund Freud hatte das künstlerische Talent seines Enkels früh gefördert, Filme, Aufzeichnungen und Memorabilia illustrieren den persönlichen Aspekt der Beziehung zwischen Sigmund Freud und seinem Enkel.

Der Maler David Dawson (geb. 1960) arbeitete als Assistent für Lucian Freud und wurde in den letzten Jahren seines Lebens zu einem engen Freund. Als solcher dokumentierte er die letzten 15 Jahre in Leben und Werk des bedeutenden Malers und Porträtisten mit seiner Kamera. Dawson war nach Bruce Bernard der einzige Künstler, dem es gestattet war, Lucian Freud in seinem Atelier zu fotografieren und saß ihm mehrfach Modell. Die Präsentation beinhaltet Fotografien, die zuvor noch nie gezeigt wurden.

Foto: The Painter in His Chair, 2010
© David Dawson, courtesy of Hazlitt Holland-Hibbert

 

 

 

Täglich 9-18 Uhr

www.freud-museum.at

 

 

Erinnerungsreste, Lesestörungen - Aus der Sammlung des Sigmund Freud Museums

Sigmund Freud Museum, ab 17.7.2010

Die Bestandspräsentation „Erinnerungsreste, Lesestörungen – Aus der Sammlung des Sigmund Freud Museums“ führt die BesucherInnen in das Archiv und die Bibliothek des Sigmund Freud Museums. Bilder, Schriften und Gegenstände, die bisher im Verborgenen aufbewahrt wurden, liefern einen Überblick über die Sammeltätigkeit in Sigmund Freuds Lebens- und Arbeitsräumen.Die Präsentation wurde von Lydia Marinelli erarbeitet und ergänzt die ständige Ausstellung um Archivalien aus dem Bestand des 50.000 Exponate umfassenden Archivs in der Berggasse 19. 

Erstausgaben und Korrekturmanuskripte Sigmund Freuds werden ebenso gezeigt wie Arbeiten des Psychoanalytikers Richard Sterba, der in die USA emigrierte und dadurch die Arbeit an seinem „Handbuch der Psychoanalyse“ abbrechen musste. Darüber hinaus sind viele private Fotos und Schriftstücke Anna Freuds, die in jenen Räumen gelebt und analysiert hat, zu sehen.
Für Freud waren seine Manuskripte lediglich Arbeitsmittel, Flächen, auf denen Gedanken Form annahmen, ständig korrigiert wurden oder die kurzerhand in den Papierkorb wanderten.

Die Bibliothek des Sigmund Freud Museums geht auf eine Schenkung von Anna Freud, der jüngsten Tochter Sigmund Freuds, zurück. Sie überließ dem Museum einen Teil ihrer Bibliothek und rief zu einer Bücherspende unter internationalen Psychoanalytikern auf. Die Materialien, die sie dem Museum schenkte, setzen sich aus Beständen der von ihr geleiteten Hampstead Nursery, aus der Sammlung Storfer, dem ins Exil nach Shanghai geflüchteten Leiter des Internationalen Psychoanalytischen Verlags, und ihren privaten Büchern zusammen.

1923 eröffnete Anna Freud in der Berggasse 19 eine eigene psychoanalytische Praxis, zwei Jahre später begann sie am Lehrinstitut der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung Kurse über Kinderanalyse zu halten. Die Erfahrungen aus ihrer Praxis verarbeitet sie in ihrem ersten Buch „Einführung in die Technik der Kinderanalyse“ (1927).

Ein Teil der Ausstellung zeigt den Nachlass von Margarethe Trautenegg, geborene Csonka. Viele Bilder des Archivs sind private Fotografien, in denen sich die lebensgeschichtliche Erfahrung ihrer Besitzer spiegelt. Trautenegg wurde wegen ihrer homosexuellen Neigungen zu Freud geschickt, der in seiner Schrift „Über die Psychogenese eines Falles weiblicher Homosexualität“ (1920) auf sie eingeht und eine sehr liberale Haltung bekundet. Ihre Emigration führte sie durch mehrere Länder, darunter auch Kuba.
Mehrere Exponate aus dem Nachlass Eva Rosenfelds (1892-1977) werden gezeigt. 2002 konnte die Sigmund Freud Privatstiftung diesen erwerben, er stellt den größten Nachlass in der Sammlung dar und wurde von Stadt Wien und Bund zu gleichen Teilen finanziert. Eva Rosenfeld war eine enge Vertraute von Anna Freud und gründete gemeinsam mit ihr und Dorothy Burlingham die Hietzing-Schule. In der Ausstellung werden Briefe und Schriftstücke mit persönlicher Widmung Anna Freuds ebenso gezeigt wie eine Notiz von Marlene Dietrich.      
 
 

Margarethe Trautenegg in Havanna
Zeichnugn von Richard Sterba